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über Quarzporphyr-Gänge an der Unter-Nahe

Losen, K.A.

Kurzfassung

Das erste von dem Vortragenden beobachtete derartige Gangvorkommen steht im Eisenbahndurchstiche etwas flussaufwärts schräg gegenüber von Oberhausen an und ist von Laspeyres und von Weiss, welcher letztere das Profil dieser Stelle des Durchstichs abgebildet hat (vergl. Neues Jahrb. für Min. etc., 1872, t. 10, f. 3), übersehen worden. Der mit 75 Grad NW-Neigung gegen den intrusiven Melaphyr einfallende Porphyrgang, den man bei flüchtiger Betrachtung leicht für eine steil aufgerichtete Bank des graugelben Sandsteins der ca. 55 bis 65 Grad N einfallenden Lebacher Schichten halten kann, durchsetzt hier diese Schichten im Liegenden des Melaphyrs, lässt sich aber in der Richtung auf die Kupfergrube Manfred hin weiter verfolgen und durchschneidet in dieser Fortsetzung schmal und scharf das gratförmig im Abhang des Berges hervortretende Melaphyrlager. Interessanter Weise enthält dieser an Quarx- und Feldspath - Einsprenglingen arme Porphyr mikroskopische Turmalin-Rosettchen, welche ihn den dichteren Varietäten des Auerberg-Porphyrs im Harz einigermaassen annähern. Das zweite von dem Vortragenden entdeckte Vorkommen steht auf dem rechten Nähe-Ufer gegenüber der Mühle unterhalb Norheim in der streichenden Verlängerung desjenigen intrusiven Melaphyr-Lagers, das Laspeyres am ausführlichsten beschrieben und analysirt hat und das er als leitenden Typus für seinen Palatinit hingestellt hat. Hier hat man es mit einer ganzen Anzahl schmaler Trümer zu thun, welche von der Breite eines kleinen Fingers bis zu der einer Hand die Klippen des Melaphyrs vom Nähe-Spiegel bis auf die Höhe in verschiedener Streichrichtung durchsetzen und sich z. Th. apophysenartig darin auskeilen.