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Gabbro-Bruchstein aus dem Steinbruche oberhalb des Bärensteins im Radauthale

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Grauweisse Plagioklas-Bänder wechseln mit braunen, vorzüglich diallagreichen und violett-braunen biotitreichen Bändern ab; auch Magnetkies fehlt nicht in Einsprengungen, welche der Lagentextur folgen. Mit solchen schlierig substanziell und structurell gesonderten, im Querschnitt buntfarbig gestreiften Massen (striped gabbro), deren Einzellagen ungefähr 1 bis mehrere Centim. messen, stehen in engster Verbindung solche des normalkörnigen Gesteins von hell und dunkel gefleckter Beschaffenheit. Nicht immer ist die Lagentextur streng parallel, kleinere Abweichungen von der herrschenden Richtung sind vielmehr häufig genug und lassen sich auch an der vorgezeigten Probe wahrnehmen. Im Grossen betrachtet ist dagegen das Vorherrschen bestimmter Richtungen des Streichens und Fallens ganz unverkennbar, worüber die angezogenen Mittheilungen in dem Jahrbuche der kgl. geologischen Landesanstalt das Nähere berichten. Die Erscheinung einer solchen Lagentextur ist im Harzburger Gabbro zwar keineswegs allgemein verbreitet, aber auch gar nicht selten. Im Eckerthale herrscht sie z. B. am Wege von der Dreiherrnbrücke zur Muxklippe aufwärts und fehlt auch nicht im Zillier Walde und im Diebesstiege. Auf dem Rücken zwischen dem Kalten- und dem Langen Thale wurde sie gleichfalls beobachtet. Unter den Steinbrüchen des Radauthales ist es ganz besonders der Eingangs erwähnte oberhalb des Bärensteins, dessen hohe Wände die Bänderung in ausgezeichneter Weise darbieten. Um so lehrreicher sind hier die gestreiften Gabbro-Wände, als man zugleich wahrnimmt, dass die zahlreichen Einschlüsse der vom Gabbro durchbrochenen und metamorphosirten älteren Harz-Gesteine einen rohen Parallelismus einhalten, welcher sichtlich mit der Lagentextur des Gabbro übereinstimmt. Auch durch den Steinbruch des Riefenbachthales sind ähnliche Erscheinungen erschlossen worden.