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Nachträge zu seinem in der März-Sitzung gehaltenen Vortrage über die Lagerungsverhältnisse des Carbons in Oberschlesien.

Ebert

Kurzfassung

1. In einem in der März-Sitzung unserer Gesellschaft gehaltenen Vortrage hatte ich darauf hingewiesen, dass eine Parallelisirung der verschiedenen, zur Waldenburger Stufe gehörigen Schichtencomplexe des Carbon im preussischen Oberschlesien mit gleichalten Ablagerungen in dem angrenzenden Steinkohlengebiete Oesterreichs auf Grund des Vorkommens von mariner Fauna zur Zeit unzulässig oder doch wenigstens unsicher sei. Namentlich so lange im Ostrau-Karwiner Gebiet eine directe Ueberlagerung der Saarbrücker (Schätzlarer, Karwiner) auf den Waldenburger (Ostrauer) Schichten nicht beobachtet worden sei, könne die IV. + V. Gruppe Stur's in der Ostrauer Mulde nicht mit Sicherheit der Sattelflötzgruppe Oberschlesiens gegenüber gestellt werden. Denn wenn auch beide Ablagerungen eine Mischflora aufweisen und in ihrem liegenden eine marine Fauna sich findet, so ist für das Ostrauer Becken doch noch nicht erwiesen, ob thatsächlich die marine Fauna im Idaschacht bei Hruschau, an der oberen Grenze der III. Stufe, wirklich das letzte Vorkommen einer marinen Fauna in der Ostrauer Stufe sei, während für die marine Schicht unter dem Sattel - Pochhammerflötz Oberschlesiens dies feststeht. In unerwartet schneller Weise hat sich die Richtigkeit dieser vorsichtigen Auffassung bestätigt. Bei einem Besuch der Gräfl. Wilczek'schen Grube bei Mährisch-Ostrau wurden mir von Herrn Markscheider Beiger marine Versteinerungen vorgelegt, welche derselbe kürzlich auf einem Querschlag des Dreifaltigkeitsschachtes zwischen Kronprinz- und Barbara - Flötz in einem dunklen. Sphärosiderit führenden Schiefer gefunden hatte. Ich konnte verläufig bestimmen: Pleurotomaria Weissi, Nucula gibbosa, Leda attenuata, Orthoceras cf. undatum und Spirifer sp.