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Neue Marmorarten von Mecklinghausen.

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Bei der genannten Ortschaft, einem Dorfe südöstlich von dem Städtchen Attendorn, Kr. Olpe, in Westfalen hatte die "Rheinische Baugesellschaft" vor etwa zwanzig Jahren Steinbrüche zur Marmorgewinnung und eine Mühle zum Zersägen, Schleifen und Poliren ihrer Fabrikate angelegt. Das Eigenthum an diesen Marmorbrüchen war durch bergrechtliche Verleihungen erworben worden, welche auf Grund der alten Churkölnischen Bergordnung in den fünfziger Jahren erfolgt warfen. Die Ungunst der Verkehrsverhältnisse für den Fernabsatz sowie die mangelhaften technischen Vorrichtungen versagten dem Unternehmen den Erfolg; auch waren daran wohl einige Missgriffe in der Auswahl des Rohmaterials Schuld, indem man Gestein gewann und verarbeitete, welches wegen der Nähe der Tagesschichten nicht die ausreichende Festigkeit und Dauerhaftigkeit besass. Seit einigen Jahren ist dieses Unternehmen wieder in's Leben gerufen worden durch eine Besitznachfolgerin, welche in Anknüpfung an den früheren ersten Gewinnungsort sich "Gewerkschaft Vereinigte Mecklinghäuser Marmorgruben" nennt; "Gewerkschaft" mit Bezug auf die nach dem Berggesetz gebildete Grundlage des Bergwerks - Eigenthums auf Marmor, welches aus 18 verliehenen Grubenfeldern besteht. Ich habe heute die Ehre, hier die Proben der Musterkarte der verschiedenen Marmorgesteine vorzulegen, welche in den jüngst eröffneten Brüchen gewonnen werden und das Material der neuen Fabrication gewähren. Die Kalksteinbänke, welche hier als "Marmor" angesprochen werden und demgemäss der Gewinnung unterliegen, gehören den mächtigen Kalksteinzügen an, welche sammt einigen jüngeren Schichtengruppen die "Doppelmulde von Attendorn" ausfüllen.