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über neue Beobachtungen an Dictyodora

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

1884 hatte E. Weiss eine sehr genaue Beschreibung und ausgezeichnete Abbildungen desselben im Jahrbuch d. kgl. geologischen Landesanstalt für 1883 veröffentlicht, dabei aber den Fehler begangen, dass er den hier sehr bedeutungsvollen Unterschied von Schichtung und Schieferung nicht gehörig beachtete. Aus Längs- und Queransicht, hatte er gezeigt, dass der Körper flächenartig ist und dass seine mannigfach gestalteten Windungen mehr oder minder vollständig einen fast geschlossenen Raum umgeben, der unten eng ist, nach oben sich erweitert. Er fügte hinzu, dass nach Liebe's Beobachtungen an leider nicht aufbewahrten Stücken die schlangenartig gewundenen Querschnittslinien ganz oder z. Th. spiralig verlaufen könnten, aber niemals sich selbst durchkreuzten oder auch nur berührten. Es dachten aber weder Weiss noch Liebe daran, dass die 1867 von H. B. Geinitz vom Fundorte Wurzbach beschriebene Palaeochorda marina Emm. ebenfalls der Querschnitt einer Dictyodora sein könne. Hatte doch auch Geinitz kein Gewicht auf die Thatsache gelegt, dass bei vielen Exemplaren der Palaeochorda (z.B. auch bei dem einen der beiden von ihm abgebildeten Originale) die einzelnen Windungen auf der Rückseite der Schieferplatte in derselben Gestalt, wenn auch in anderer Grösse wiederkehrten, die Palaeochorda also den Schiefer durchdringen müsse. Nur von Crossopodia Henrici hatte Geinitz erwähnt, dass sie zuteilen auf der Rückseite der Schieferplatte sich durch eine dünne, die gleichen Windungen zeigende Linie verrathe, und an einem von Geinitz selbst bestimmten Nereites Loomisi Emm. (ebenfalls von Wurzbach) konnte Vortragender in dein ihm durch des genannten Forschers bereitwilligstes liebenswürdiges Entgegenkommen völlig geöffneten Dresdener königl. Museum denselben "Durchdruck der Axe", wie Liebe eine Zeitlang diese Erscheinung erklärte, beobachten.