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Ueber Contacterscheinungen am Glimmerschiefer der Schneekoppe.

Müller, Wilhelm

Kurzfassung

Contactmetamorphische Erscheinungen an den das Granitmassiv des Riesengebirges umrandenden krystallinischen Schiefern sind bisher in unwiderleglicher Form nicht bekannt geworden. J. Roth sagt auf p. 5 seiner "Erläuterungen zu der geognostischen Karte vom niederschlesischen Gebirge und den umliegenden Gebieten, Berlin 1867": "Umänderungen der Gesteine hat der Granit nirgend hervorgebracht, von regionalem Metamorphismus keine Spur." Es konnte bei dem heutigen Stande unserer Kenntniss der Contacterscheinungen nur eine Frage der Zeit sein, dass auch in dem genannten Gebirge sich Erscheinungen finden würden, welche einen verändernden Einfluss des Granits auf die durchbrochenen Schiefer erkennen lassen, wie solche die Forschung in vielen anderen krystallinischen Schiefergebieten mit Granitmassiven nachgewiesen hat. Nachstehende Mittheilung möge als ein Beitrag hierzu gelten. Im vergangenen Winter theilte mir Herr Rentier H. Mende in Schmiedeberg i. Schi., dessen regem Sammeleifer unsere Wissenschaft schon manchen interessanten Fund verdankt, unter gleichzeitiger Vorlegung charakteristischer Handstücke mit, dass er im Glimmerschiefer des Schneekoppengipfels massenhaft eingesprengten Andalusit beobachtet habe. Da ich aus dem erhaltenen Material alsbald die Vermuthung schöpfte, dass hier eine Contactwirkung von Granit auf Glimmerschiefer vorliegen könnte, so nahm ich im nun verflossenen Sommer Gelegenheit, mich an Ort und Stelle über die in Betracht kommenden Verhältnisse eingehender zu unterrichten.