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Bemerkungen zu G. Steinmann: Einige Fossilreste aus Griechenland.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Einleitend möchte ich hier betonen, dass in dem erwähnten Aufsatze Herr G. Steinmann die wesentlichen Resultate meines Aufsatzes über Capri zu meiner aufrichtigen Genugthuung acceptirt und so meinen Standpunkt gegen die "allzu skeptische Anschauungsweise" (p- 768) des Herrn Walther in Schutz nimmt. Wenn Herr Steinmann im Gegensatze zu den von mir vertretenen Anschauungen mehr für den jurassischen Charakter der Ellipsactinien-Kalke und somit des Obertithons eintritt, so scheint mir dieser Stand mehr die Frucht allgemeiner, so zu sagen aprioristischer Anschauungen zu sein als augenblicklich durch positive Beobachtungen gestützt zu werden; doch gebe ich zu, dass sich darüber pro und contra disputiren lässt. Es wäre ja durchaus nicht unmöglich, dass, wie der geehrte Autor behauptet, die Rudisten als Schichten bildende Organismen wirklich bis in den oberen Jura hinabreichten. Bisher wurden aber meines Wissens echte Rudisten-Kalke noch nicht unterhalb des Urgonien festgestellt, und so glaube ich, müssen wir vor der Hand als ältesten Complex Rudisten führender Kalke eben diese Formation betrachten, so lange bis über einen specifisch jurassischen Charakter dieser Schichten selbst oder der sie überlagernden Gebilde durch directe Beobachtung etwas Sicheres festgestellt, sein wird. Herr Steinmann führt hier zur Vertheidigung seiner Anschauungen eine Bemerkung Neumayr's an, welche ich selbst früher citirt habe und welche allerdings im ersten Momente etwas ungemein Bestechendes hat.