Original paper

über das Rothliegende des Plauen'schen Grundes oder des Döhlener Beckens im Lichte neuester Untersuchungen.

Beck, Richard

Kurzfassung

Seit C. F. Naumann im Jahre 1845 mit dem V. Hefte der "Geognostischen Beschreibung des Königreichs Sachsen" seine classische Schilderung des Döhlener Rothliegenden-Beckens veröffentlicht hatte, gehörte dieses Gebiet zu den geologisch am genauesten durchforschten Gegenden in ganz Sachsen. Nur der rastlos fortschreitende Bergbau daselbst, durch welchen immer neue Aufschlüsse geschaffen wurden, bedingte es, dass schon 10 Jahre später eine erneute geologische Specialuntersuchung des dortigen Steinkohlenreviers als wünschenswerte erschien, welche Aufgabe Herr H. B. Geinitz im Jahre 1856 durch die Herausgabe seiner "Geognostischen Darstellung der Steinkohlenformation in Sachsen" löste. Diesem grossen Werke, in welchem er das gesammte damalige Wissen über unser Gebiet, vermehrt, um viele wichtige eigene Beobachtungen übersichtlich darstellte, waren auch Generalprofile durch das gesammte Becken, viele Specialprofile und eine Specialkarte beigegeben. Auch in einem zweiten Werke des genannten Forschers: "Die Steinkohlenformation in Deutschland" finden wir das Döhlener Becken eingehend behandelt. Seit dem Erscheinen dieser verdienstvollen Arbeiten hat wiederum der Bergbau eine grosse Anzahl zum Theil sehr wichtiger Aufschlüsse geliefert; ich erinnere nur an die grossen Querschläge, welche vom Glückaufschacht und vom Beharrlichkeitsschacht aus zur Ausrichtung der hinter der grossen Hauptverwerfung, dem Rothen Ochsen, gelegenen Flötztheile getrieben wurden, ferner an die in geologischer Beziehung so wichtigen Querschläge im Gebiete des Carolaschachtes. Ferner hatte sich in letzter Zeit das paläontologische Material in ganz unerwartet reicher Weise vermehrt und die Anregung gegeben, die Altersbestimmung der einzelnen Stufen des Döhlener Beckens noch einmal zu prüfen.