Original paper

über die fossile Flora des Rothliegenden im Plauenschen Grunde.

Sterzel, J.T.

Kurzfassung

Von unseren hochverehrten Geologen Naumann und Geinitz wurden die. Kohlen führenden Schichten des Plauenschen Grundes (Döhlener Beckens) als der productiven Steinkohlenformation, die hangenden Schichten als dein Rothliegenden zugehörig betrachtet und letztere in ein unteres und oberes Rothliegendes getheilt. Seit Veröffentlichung der grundlegenden Arbeiten jener Forscher haben sich die organischen Reste aus den fraglichen Schichten beträchtlich vermehrt und einen eingehenderen Vergleich mit anderen Ablagerungen gestattet, welcher ein von der älteren Auffassung abweichendes Resultat ergab. Bereits im Jahre 1881 theilte ich in dieser Zeitschrift das Hauptresultat meiner im Auftrage der geologischen Landesuntersuchung ausgeführten paläontologischen Untersuchungen mit, nämlich die Ueberzeugung, dass die Kohlen führenden Schichten des Plauenschen Grundes nicht der productiven Steinkohlenformation, sondern mit den darüber lagernden paläozoischen Schichten dem Rothliegenden angehören. - Einige Speciesbestimmungen von damals haben sich geändert; aber in meiner Auffassung des geologischen Alters dieser Schichten bin ich nur noch mehr bestärkt, worden. Es war mir von grossem Interesse, 1883 aus der Arbeit von Geinitz und Deichmüller über die Saurier der unteren Dyas von Sachsen zu ersehen, dass bereits Naumann zu dieser Anschauung hinneigte und zwar, wie aus Naumann's Darstellungen hervorgeht, mit Rücksicht auf die innige Verknüpfung des Steinkohlengebirges mit den Rothliegendschichten, also aus stratigraphischen Gründen. Und, wie wir oben gehört haben und aus den Erläuterungen zu Section Tharandt (p. 45) ersehen können, ist die geologische Landesuntersuchung bei den neuerdings vollzogenen Aufnahmearbeiten thatsächlich zu der Ueberzeugung gelangt, dass der gesammte Schichtencomplex des Döhlener Beckens im Plauenschen Grunde, auch stratigraphisch betrachtet, ein untrennbares Ganzes bildet.