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verschiedene Concretionen aus Sandsteinen und Sanden

Von Koenen, Adolf

Kurzfassung

In Diluvialsanden in der Gegend von Gandersheim und Freden, sowie auch von Lutau im Kreise Flatow (Westpreussen) finden sich Sandsteinkugeln, theils einzeln, theils zu mehreren verwachsen, welche lediglich aus Sand und Kalkcarbonat als Bindemittel bestehen und zum Theil recht hart, zum Theil aber anch durch Verwitterung mürbe geworden sind. Sie lassen zum Theil aussen die discordante Parallelstructur des Sandes erkennen und sind augenscheinlich an Ort und Stelle nach Ablagerung des Sandes durch Anhäufung des Bindemittels gebildet worden. Ebenso sind aber ohne Zweifel entstanden etwas abgeplattete Concretionen, welche sich in einem Einschnitt der Bahn von Seesen nach Bockenem nahe dem Gute Klingenhagen ebenfalls lose im Diluvialsand fanden. Diese lassen, aber verschiedentlich, besonders auf einer Seite, erkennen, dass eine wiederholte Anlagerung von Bindemittel erfolgt ist. Sie gleichen somit ganz auffallend den sogenannten Imatra - Steinen, deren Bildung wohl zuletzt von Blum, 1868 im Neuen Jahrbuch für Mineralogie etc., p. 299 zugleich mit ähnlichen Vorkommnissen besprochen wurde. Der Vortragende zeigte ferner Spiriferensandstein von der Schalke bei Clausthal vor, in welchem scharf begrenzte, nur wenige Centimeter-grosse Sandsteinkugeln liegen, und erwähnte eine Reihe ähnlicher Vorkommnisse aus älteren Formationen, so die zuweilen kopfgrossen Kugeln in der Grauwacke eines Steinbruchs zwischen Marburg und Caldern, in welchen ein etwas grösserer Kalkbrocken den Mittelpunkt zu bilden pflegt, ferner die noch grösseren Kugeln im Buntsandstein des Tagebaues der Mechernicher Bleierzgrube. Diese letzteren zeigen oft auch einen radialstrahligen Bau, lassen häufig noch den Blätterbruch des Kalkspathes erkennen, ähnlich wie der sogenannte krystallisirte Sandstein von Fontainebleau und von Sievring bei Wien.