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Berlin, sprach über Aufgaben und Ziele der Mineralchemie.

Kosmann, Eberhard

Kurzfassung

Es wurde zunächst der Umstand beklagt, dass, indem die Jünger der Chemie sieh vorzugsweise dem Studium der organischen Chemie hingäben, der Ausbau der Mineralchemie als einer speciellen Disciplin der anorganischen Chemie in bedenklichster Weise zurückgeblieben sei. Während die Mineralchemie bahnbrechend gewesen sei für die Lehren des Iso- und Dimorphismus, harrten andere Lehren wie diejenigen der verschiedenen Zustände einfacher und isomerer Körper, der Umlagernng im Molekül. der Verkettung der Moleküle und die neuerdings angebahnte Stereochemie noch der Nachweise innerhalb der mineralchemischen Forschungen. Hierin könne nur der Ausbau der Lehre durch Hereinbeziehung der thermochemischen Principien Wandel schaffen und die Anwendung derselben fände ihre volle Erfüllung in der Lehre von der Wasseraufnahme der chemischen Verbindungen. Durch Erläuterungen an Beispielen der Thonerde. Kieselsäure, Phosphörsäure (vergl. Berg- und hüttenm. Ztg., 1889. No. 10 u. 11) wurde gezeigt, dass z.B. mit Bezug auf die verschiedenen Zustände des Moleküls der Thonerde und der Kieselsäure für das Thonerde - Silicat Al2O3 . SiO2 sich sofort drei dimorphe, unter sich isomere Körper ergeben, nämlich: Al2O2 . SiO . O2 = Al2O2 . SiO3 Andalusit. Al2O . Si . O4 = Al2O . SiO4 Sillimanit. Al2. SiO2 . O3 = Al2SiO5 Disthen. Während die erste Verbindung die grösste Wärmetönung und grösste Härte besitzt, ist die letzte diejenige der niedrigsten Wärmetönung und der grössten Dichte, Demgemäss ist die erste Verbindung auch die chemisch reactionsfähigste, d.h. am leichtesten zersetzbare, die letzte aber als die dichteste diejenige der grössten Beständigkeit.