Original paper

Ueber Placodermen und andere devonische Fischreste im Breslauer mineralogischen Museum.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Bei dem Uebergange der Trautschold'schen Sammlung in den Besitz des mineralogischen Museums der Breslauer Universität gelangte auch eine reichhaltige Suite von devonischen Fischresten von Sjass dorthin. Namentlich sind es Reste von Coccosteus - in mehreren Arten -, Bothriolepis und vereinzelte Reste anderer Placodermen - Gattungen, ferner namentlich das gesammte Originalmaterial Trautschold's von Dendrodonten. Was zunächst die "Dendrodonten" anlangt, so ist zu bemerken, dass in der That die meisten noch am Kieferknochen ansitzenden Zähne zu Cricodus Agassiz (= Polyplocodus Pander) gehören; die losen Zähne dagegen gehören überwiegend zu Dendrodus. Wie bei Rohon zwei Arten von Schädeln, eine mit gewölbterer und eine mit flacherer Schädeldecke unterschieden werden, so befinden sich auch in dem mir vorliegenden Materiale theils gewölbtere, flieils flachere Formen; letztere sind aber ausnahmslos nur verdrückte Exemplare. Rohon hat die Zähne seines Exemplars t. 1, f. 1 nicht speciell untersucht und doch stellt er es zu Dendrodus; diese Abbildung stimmt so gut mit einem unserer Exemplare mit deutlicher Crisodus-Zahnstructur überein, zudem glaubt man in der Abbildung selbst deutlich die Pulpa und sogar die Schmelzfalten von Cricodus zu erkennen, dass es mir nicht zweifelhaft erscheint, dass auch dieser von Rohon also noch zu Dendrodus gestellte Schädel, sowie alle übrigen abgebildeten Exemplare zu Cricodus gehören. Auf die Symmetrielosigkeit des Zahnbesatzes, durch welche sich nach Rohon die letztere Gattung von ersterer unterscheiden soll, ist hierbei kein Gewicht zu legen.