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Ueber die Diabasschiefer (Hornblendesericit-Schiefer K. Koch's) von Birkenfeld bei Eppenhain und von Yockenhausen im rechtsrheinischen Taunus.

Schauf, W.

Kurzfassung

Durch eine Reihe von Untersuchungen ist festgestellt worden, dass ein Theil der krystallinen Schiefer aus Eruptivgesteinen hervorgegangen ist. Wie bei der Entstehung der transversalen Schieferung ist hier die Ausbildung paralleler Structurflächen, nach welchen das Gestein spaltet und welche ihm den Charakter eines Schiefers verleihen, eine secundäre, hervorgebracht durch den bei der Gebirgsbildung (Faltung) wirkenden Seitendruck, welcher eine Gleitung der gesteinsbildenden Mineralkörnchen und Blättchen in der Richtung der Druckrninima ermöglichte. Gleichzeitig mit dem mechanischen Metamorphismus geht ein chemischer Hand in Hand, welcher sich durch Auflösung und Neubildung von Mineralien äussert. Diese Auffassung gründet sich auf die Thatsache, dass gewisse secundäre Mineralien (Sericit, Uralit) nur in solchen Gebieten autzutreten scheinen, welche einen Faltungsprocess durchgemacht haben. Für die Zurückführung der Genesis eines Gesteins, welches sich uns in seiner jetzigen Ausbildung als "krystalliner Schiefer" präsentirt, auf ein ursprüngliches Massengestein, kommt neben, der nur in günstigen Fällen zu beobachtenden geologischen Zusammengehörigkeit der Nachweis der Identität eines Theiles des Mineralbestandes und die Erkennung der pseudomorphen Bildung eines anderen Theiles sowie namentlich die Erhaltung der primären Structur in Betracht, denn nur selten wird man Gelegenheit haben, continuirliche Uebergänge zwischen dem Anfangs- und Endstadium zu beobachten. Die Structur gewinnt für die Metamorphose der Aggregate die nämliche Bedeutung wie die Krystallform für die Pseudomorphose der Individuen. Dem Process des "Dislocationsmetamorphismus" verdanken nach den Studien Lossen's, welcher zum ersten Mal die Bedeutung dieses Vorganges in seiner ganzen Tragweite betont hat, eine Reihe von "Grünschiefern" des linksrheinischen Taunus, des Harzes, Thüringer Waldes und im rechtsrheinischen Taunus der Eltviller Diabasschiefer ihre Entstehung.