Original paper

Ueber fossile Kalkalgen.

Früh, J.

Kurzfassung

In einem "Nachtrag" zu seinem in dieser Zeitschrift, Bd. 43, Heft 2 erschienenen Aufsatz, betitelt: "Fossile Kalkalgen aus den Familien dec Codiaceen und der Corallineen", hat Rothpletz meine bescheidene Arbeit "Ueber Gesteins-bildende Algen der Schweizeralpen" (Abh. d. schweiz. paläont. Ges., Vol. XVII, 1890) einer Kritik unterzogen, die mich zu folgender Entgegnung veranlasst: Meine Untersuchungen über eocäne, centralalpine Lithothamnien verbreiten sich in eingehender und vergleichender Weise über den Bau und die Fortpflanzungs-Verhältnisse dieser Algen, um zu prüfen, ob und wie weit man solche Pflanzen selbst in kleinen Bruchstücken und Dünnschliffen beurtheilen kann. Ich habe mich hierbei zunächst mit Solms - Laubach (Die Corallinenalgen des Golfes von Neapel, 1881) auf die für alle Zeiten grundlegenden Studien von Rosanoff (Recherches anatomiques sur les Mélobésiées, Mém. de la soc. imp. d. sc. nat. de Cherbourg, T. XII, p. 1 ff., 1866) gehalten, die Rothpletz nirgends erwähnt. Daher bin ich, Gümbel's diagnostische Verwerthung der Zellgrössen prüfend (Gümbel, Nulliporen, in Abhandl. d. k. Akad. d. Wiss, München 1871), stets von ganz bestimmten, vergleichbaren Zellen ausgegangen, denjenigen der Symmetrielinie (meine Arbeit, p. 12 u. 13), während Rothpletz allerdings betont, wie wichtig es sei, bei Angabe von Zelldimensionen auf den Grössenunterschied in Rinde und Hypothallus "Rücksicht zu nehmen" (1. c., p. 307), ohne im Text entsprechende orientirende Bemerkungen einzuflechten. Wenn Rothpletz rügt, dass ich, gestützt auf mein Untersuchungsmaterial, Lithothamnium nummuliticum Gümb. in die Nähe von L. racemus Aresch. gebracht, so lasse ich mich gern belehren, verweise aber auf p. 311 seiner Arbeit, wonach von einem anderen Gesichtspunkte aus "Lith. nummuliticum, L. Aschersoni, L. racemus und L. ramosissimum" für "Glieder einer entwicklungsgeschichtlich zusammenhängenden Sippe" gehalten werden.