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über das Alter der Cardium führenden Sande und der Torflager im Steilufer der Elbe bei Lauenburg.

Keilhack, Konnrad

Kurzfassung

Gegenüber der von Credner, Wahnschaffe und Geinitz aufgestellten Behauptung des postglacialen (alluvialen) Alters der letzteren und des miocänen Alters der ersteren (cf. Neues Jahrb. f. Mineral, etc., 1889, II, p. 194) hielt Vortragender an seiner früheren Ansicht vom interglacialen resp. präglacialen Alter dieser Schichten (cf. Jahrb. d. kgl. geol. Landesanstalt u. Bergakademie für 1884, Berlin 1885, p. 211) fest Ein neuerdings mit Herrn Dr. H. Schröder ausgeführter Besuch von Lauenburg ergab nämlich folgende, z. Th. die früheren Beobachtungen bestätigende und ergänzende Resultate: 1. Der Cardium-Sand ist durch Uebergänge mit nordischen Diluvialsanden aufs engste verknüpft. 2. Er führt auch in grösseren Tiefen noch vereinzelte nordische Geschiebe. 3. Seine Fauna fehlt dein Holsteiner Miocän völlig, stimmt aber überein mit derjenigen anderer präglacialer Ablagerungen Holsteins, z.B. Burg in Dithmarschen. 4. Das Miocän bei Lauenburg (Buchhorster Berge) besteht, soweit es aufgeschlossen ist, aus kalkfreien. fetten Thonen mit Braunkohlenflötzchen. Danach sind die Cardium-Sande zweifellos diluvial, und da sie unter dem Geschiebemergel liegen, alt- oder präglacial. Bezüglich des Alters der Torflager ist die Behauptung von Credner, Wahnschaffe und Geinitz, dass über dem mächtigen Sande im Hangenden des Torfes kein oberer Geschiebemergel folge, wie Vortragender früher angenommen hatte, richtig. Bedeutende Abrutschungen hatten den Irrthum hervorgerufen. Falsch aber ist die Angabe, dass über den weissen Sanden überhaupt keine jüngere Schicht mehr folge.