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Pflanzenreste aus dem thüringer Rothliegenden

Potonié, Henry

Kurzfassung

1. Exipulites Neesii Goppert auf Samen einer rothliegenden gymnospermen Pflanze. Als Exipulites Neesii bezeichnet man bekanntlich Gebilde, die man am besten als zu den Sphaeriaceen-Perithecien gehörig ansieht. Wiederholt ist dieser Schmarotzer-Pilz auf Wedelspreitentheilen von palaeozoischen Filices beobachtet worden; bei Göppert schmarotzt er auf seiner Hymenophyllites Zobelii, H. B. Geinitz giebt ihn "auf Sphenopteris tridactylites Brongn., Sph. elegans Brongn. und Sph. irregularis Sternb." an, Gutbier bildet ihn, die Perithecien für Sori haltend, auf "Neuropteris Loshii Brongn." ab. Diejenigen, die - wie der letztgenannte Autor - die Exipulites Neesii-Gebilde nur wegen dieses ihres Vorkommens auf Wedelspreitentheilen für Sori halten möchten, trotz des triftigen Grundes Göppert's, der unsere Gebilde für Schmarotzer-Pilze hält, weil "sich gar keine Beziehung derselben zu den Blattnerven nachweisen" lässt, diese dürften von der Unrichtigkeit ihrer Ansicht durch die vom Vortragenden vorgelegten, auf (wohl einer gymnospermen Pflanze entstammenden) Samen sitzende Exemplare überzeugt werden, wenn ihnen auch das Vorkommen von Exipulites auf Callipteris conferta (Sternberg) Brongniart, deren Sori - wie wir durch E. Weiss wissen - marginal wie bei Pteris auftreten, noch nicht zur definitiven Entscheidung der Frage genügen sollte. Die Schmarotzer auf Callipteris conferta hat allerdings gerade Göppert merkwürdigerweise für Sori angesehen; er sagt: sie "scheinen" auf den Nerven zu sitzen; in Wahrheit stehen sie ausser allem Zusammenhang mit der Nervatur. Es kommt hinzu, dass die Perithecien allermeist auf der Oberseite der Wedel ansitzen, während doch Sori auf Wedeloberseiten zu den ausserordentlichen Seltenheiten gehören. Exipulites Neesii ist auch auf Stengelorganen gefunden worden. Das Vorkommen des in Rede stehenden Pilzes ist vom Culm bis zum Rothliegenden. 2. Callipteris conferta (Sternberg) Brongniart und Callipteris latifrons Weiss mit Frass-Gängen oder -Rinnen.