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Zur Geologie der Höhlen des Schwäbischen Albgebirges.

Endriss, Karl

Kurzfassung

I. Der Bau der Gutenberger Höhle. Einleitung. Die Höhlenforschung hat sich bisher hauptsächlich in paläontologisch-anthropologischen und biologischen Arbeiten bethätigt. Der geologische Bau, die ureigene Natur der Höhlen, ist mehr oder weniger unbeachtet geblieben. Nur wenige Werke behandeln die Höhlentektonik genügend eingehend. Grössere Specialarbeiten über den Bau bestimmter Höhlengebiete sind bis jetzt nur spärlich vorhanden. Ein Werk dieser Art, welches verdient, besonders hervorgehoben zu werden, ist die Arbeit von J. Kloos, die Hermannshöhle bei Rübeland im Harz 1889. Es ist klar, weshalb die Höhlenforschung namentlich in anthropologisch-paläontologischer und biologischer Richtung thätig war. Die Entwickelung der gesammten Naturwissenschaft war dafür bestimmend. Seit ungefähr 100 Jahren giebt es eine systematisch betriebene geologische Forschung. In fossilienreichen Gebieten, und solchen wandte sich zuerst beinahe allein das Interesse zu, hat dieselbe mit der Sammlung vorweltlicher organischer Reste begonnen, aus welcher Arbeit sich stratigraphische und paläontologische Untersuchungen entwickelten. Als am Anfang dieses Jahrhunderts in fränkischen und englischen Höhlen Funde von fossilen Thierresten gemacht wurden, waren bei den Geologen die Fragen über die Veränderungen der vorzeitlichen Lebewelt an der Tagesordnung. Die Höhlen, bisher in der Naturwissenschaft wenig behandelt, erweckten besonders das Interesse der Paläontologen. Dieses Interesse, noch gesteigert durch die Auffindung von wichtigen prähistorischen Artefakten in Höhlen, beherrschte und beherrscht noch immer die Thätigkeit der meisten Höhlenforscher. Die Arbeitsfelder der Paläontologie und Anthropologie sind in solchen Fällen auch so gross und so reich, dass erschöpfende Untersuchungen immer be-deutende Arbeit erfordern und die Thätigkeit der Forscher vollständig in Anspruch nehmen müssen. Während zahlreiche Höhlen in anthropologisch-paläontologischer Hinsicht erforscht wurden, erfuhren auch manche Höhlen eine Untersuchung der recenten Höhlenfaunen, die durch ihre Eigenarten bald das Auge der Fachmänner auf sich gezogen hatten.