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Ueber ein bei Magdeburg aufgedecktes altes Elbstrombett.

Schreiber

Kurzfassung

Die Hafen-Ausschachtungen bei Magdeburg, welche in den letzten 3 Jahren nordöstlich von Magdeburg - Neustadt in einer Länge von 1100 m und bis auf eine Tiefe von 2 m 87 mm unter den Nullpunkt des Magdeburger Pegels (+ 38 m NN) ausgeführt sind, Hessen die Form eines alten Flussbettes deutlich erkennen, in welchem die Elbe floss, ehe sie ihr jetziges Bett gewählt hat. Sie schlug früher eine nordwestliche Richtung auf Wolmirstedt zu ein, und nahm hier die Ohre auf, welche jetzt erst weiter nördlich bei Rogätz in die Elbe mündet. Ehe sie dieses alte Elbbett verliess, hat sie dasselbe mit ihren Alluvionen ausgefüllt. - Diese beginnen, von der Oberfläche ausgehend, mit einer Schicht von 0,50 - 1,50 m thonigem Elbschlick, der sich in Zeiten, wo das Ufergelände des jetzigen Elblaufs bereits erhöht und der Strömung entzogen war, bei Hochwasser langsam absetzen konnte; hierauf folgen 0,50 - 3 m Feinsand, dann grober Elbkies, welchen die frühere stärkere Strömung zugleich mit den mächtigen Baumstämmen, welche in Unzahl darin gefunden wurden, herbeiführte. Dieses alte Flussbett hatte auf eine Längenerstreckung von 650 m, welche ein dasselbe quer durchsetzender Grauwackenrücken einnimmt, eine nur geringe Tiefe von 3 - 6 m während oberhalb wie unterhalb desselben die Strömung mehr denn 11 m tief in den tertiären Grünsand eingeschnitten hat. Von dem Diluvium, welches auch hier wie überall in der Magdeburger Gegend die älteren Formationen überlagerte, hat die Strömung die lockeren Sande fortgeführt und an deren Stelle das von dem oberen Flusslaufe herbeigeführte Material abgelagert; als spärliche Ueberreste dieser Formation sind nur die gewaltigen nordischen Blöcke übrig geblieben, welche über dein Grünsande zerstreut umherliegen; dazu gesellen sich auch Reste vorweltlicher Säugethiere, unter anderen auch Knochen eines Mammuth.