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Schwerspath mit Zwillingslamellen von Schenkenzell im Schwarzwalde.

Eck

Kurzfassung

Bekanntlich hat Herr M. Bauer im Neuen Jahrbuche für Mineralogie etc., 1887, I, p. 37-46, eine Zwillingslamellirung nach 6 P [xxxxx] (601) an derben Schwerspathmassen beschrieben, welche von Brotterode im Thüringer Walde, Freiberg in Sachsen, Richelsdorf in Hessen, Hitzerode am Meissner, vom Silberkopf am Dammersfeld in der Rhön und von Grossenhausen im Spessart herstammten. Herr Scheibe sah sie bei Gehlberg (d. Zeitschr., XLI, p. 563). In gleicher Weise lässt sich dieselbe auch bei den blättrigen Schwerspathmassen beobachten, welche im Schwarzwalde auf dem Bücken östlich vom Kroppenstein unweit Schenkenzell im oberen Kinzigthale einen Gang im Granitit bilden und ausgebeutet werden. Auch hier zeigt der Blätterbruch parallel der Basis OP eine deutliche feine, parallele Streifung in der Richtung der grossen Diagonale des Spaltungsprismas [xxxxx] P, während auf den Prismenflächen die weniger deutlich hervortretenden Lamellen schief, doch nicht sehr viel vom rechten Winkel abweichend, gegen die Combinationskante zwischen [xxxxx] P und 0 P gerichtet sind, so dass die Zwillingsfläche auch hier diejenige eines Makrodomas ist und wahrscheinlich ebenfalls demjenigen mit dem Zeichen 6 P [xxxxx] entsprechen dürfte. Es sei gestattet, bei dieser Gelegenheit daran zu erinnern, dass am Steinsalz ebene Trennungsflächen nach den Flächen des Rhombendodekaëders schon 1822 von Wakkernagel dargestellt worden sind: "Beim Steinsalz fand ich wirklich einen verstecktblätterigen Bruch, die secundäre Kernform des Rauten 12flachs. Nach dem leichten Sprengen nach den Würfelflächen lässt es sich nach den Richtungen der Kanten am bequemsten theilen, ja es gelang mir oft, ganz klare blanke Flächen zu sprengen. Ich hängte nun Steinsalzwürfel mit künstlich abgestumpften Kanten in die Auflösung und hatte die Freude, diese künstlichen Flächen sich nach und nach immer weiter mit ausbilden zu sehen, zwar nicht alle als ungetrennte blanke Flächen, sondern nach Maassgabe der Art, in welcher die Würfelgestalt selbst mehr oder weniger in Absätzen und Stufen weiter wuchs" (Oken's Isis, 1822, II. p. 1281 - 1282). Das wahre Wesen dieser Trennungsflächen wurde bekanntlich erst 1867 von Reusch erkannt.