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Hauyn in den Bimssteinsanden der Umgegend von Marburg.

Brauns, Reinhard

Kurzfassung

In den Bimssteinsanden der Umgegend von Marburg ist bei den früheren Untersuchungen weder von Sandberger noch von mir oder einem anderen Hauyn gefunden worden; ebensowenig ist es F. Roth gelungen, in den Bimssteinsanden der Umgegend von Giessen Hauyn nachzuweisen. Da nun aber in den weiter westlich und südwestlich liegenden Sanden, z. B. nach A. V. Klipstein schon bei Altenkirchen nordwestlich von Hohensolms, nach F. Sandberger (l. c.) in der Umgegend von Limburg und auf dem Westerwald Hauyn sich findet, so wäre es doch sehr auffallend, wenn er in den Sanden unserer Gegend vollständig fehlte; es wäre eher zu vermuthen, dass er wegen Verlustes seiner charakteristischen Eigenschaft-der blauen Farbe-der Beobachtung bisher entgangen ist. Durch eine erneute Untersuchung habe ich mich davon überzeugen können, dass dies in der That der Fall ist; der Hauyn fehlt nicht, sondern ist vorhanden, aber allerdings meist so verändert, dass es nicht möglich ist, ihn ohne weiteres zu erkennen. Das Material, in welchem ich zuerst Hauyn habe nachweisen können, stammt aus der Nähe von Gisselberg, etwa 5 1/2 Kilom. südlich von Marburg; der Bimssteinsand findet sich hier am Fusse des Weimar'schen Kopfes dicht an der Landstrasse im Lahnalluvium und bildet Nester im Lehm oder ist auch innig mit dem Lehm gemischt. Zur bequemeren Untersuchung wurde der Sand durch Schlemmen vom Lehm gereinigt, die gröberen Theile durch ein Sieb von den feineren getrennt und von diesen kleine Portionen mit Wasser auf einem Objectträger vertheilt. Fast in jeder solchen Portion findet sich ein Körnchen, das sich durch seine intensiv blaue Farbe sofort als Hauyn zu erkennen giebt.