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Mittheilung über die Untersuchung des "Hydrocalcits" von Wolmsdorf

Kosmann

Kurzfassung

M. H.! In der Julisitzung des vorigen Jahres hatte ich die Ehre, Ihnen eine weisse Mineralsubstanz als ein Product secundärer Bildung, einer Ausschwitzung aus dem Marmorgebirge von Wolmsdorf vorzulegen, welches einer in dem bezeichneten Marmorstocke vorgefundenen Höhlenbildung entstammte. Damals wurde diese Substanz auf Grund qualitativer und mikroskopischer Untersuchung als ein ziemlich reines Calciumcarbonat bezeichnet, welches von feinster Vertheilung grosse Mengen Wassers aufzusaugen und zurückzuhalten fähig sei und welches unter dem Mikroskop eine Zusammensetzung aus feinsten prismatischen Nadeln zeige, die z. Th. unter sich parallel und zu grösseren Nadeln unter 120° gelagert verwachsen seien; die Nadeln sind stark lichtbrechend. Es wurde die Vermuthung an diese Beschaffenheit der Substanz geknüpft, dass mit Rücksicht auf die Wasserführung des Kalksalzes in demselben ein Hydrat desselben vorliegen müsse. Die quantitative Untersuchung hat, wie ich von vornherein sagen darf, diese Verrauthung bestätigt. Zu dieser Untersuchung wurde der gesammte Inhalt der Flasche, in welcher die Probe bisher aufbewahrt worden, über ein Filter entleert, auf welchem der festere Rückstand durch Saugen nach Möglichkeit von hygroskopischem Wasser befreit wurde. Zur Erhöhung der Wirkung des Vacuums wurde auf den Trichter eine Glasplatte aufgelegt und dieselbe mit Talg lutirt. Diese Operation musste wegen der voluminösen Beschaffenheit des Rückstandes in mehreren Portionen wiederholt werden. Der Inhalt der Flasche ergab sich zu 500,5 g.