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Das Rothliegende im Süden und Westen des französischen Centralplateaus.

Von Reinach, A.

Kurzfassung

Von dem französischen Rothliegenden sind namentlich die fossilreichen Schichten der Gegend von Autun und diejenigen von Lodève im Auslande bekannt. Nachdem früher die Schichten von Lodève zum Zechstein gerechnet worden waren, hat Grand' Eury dieselben zuerst durch die Flora mit dem Mittelrothliegenden Sachsens parallelisirt. Bergeron konnte nach Einsichtnahme der sächsischen Vorkommen die Eintheilung genauer durchführen und solche auf andere Vorkommen des Rothliegenden in Frankreich ausdehnen. In umstehender Tabelle ist seine Aufstellung zur Parallelisirung der Schichten wiedergegeben. (Siehe die Tabelle auf pag. 244.) Die Eintheilung entspricht in grossen Zügen derjenigen, die Weiss und Grebe als Grundlage angenommen haben, dagegen dürfte die Abgrenzung in Frankreich mit fortschreitender Detailaufnahme wohl noch einige Aenderungen erfahren. Zu vergleichenden Studien besuchten Landesgeologe Grebe und ich im October 1890 unter freundlicher Führung von Prof. Bebgeron den Rouergue und die Montagne noire, ebenso unter Leitung von Director Bayle die Gegend von Autun. Hierdurch spreche ich denselben nochmals unsern Dank aus. Während sich das Rothliegende der meisten deutschen Vorkommen durch grosse Massen von Eruptivgesteinen auszeichnet, scheinen dieselben im südfranzösischen Rothliegenden seltener aufzutreten. In den von uns begangenen Vorkommen fehlten die Eruptivgesteine dieser Schichten. Leider sind uns die von Bebgeron (Ann. des Sc. Géol., Tome 24, p. 298) angeführten Melaphyre erst durch dieses Werk bekannt geworden. Nach den Profilen und der Beschreibung dieses Autors wird an der Strasse von Flagnac das Carbon discordant von Melaphyren, Tuffen und Conglomeraten überlagert. Die Tuffe finden sich auch auf der rechten Seite des Lot.