Original paper

Zur Foraminiferen-Fauna der weissen Globigerinenmergel von Oran.

Schrodt, F.

Kurzfassung

Im Anschluss an meine in dieser Zeitschrift veröffentlichten "Beiträge zur Pliocänfauna Südspaniens" (1890) dürfte es vielleicht von Interesse sein, eine kurze Mittheilung über die Foraminiferen-Fauna zu machen, welche ich in einer Schlemmprobe fand, die den weissen, dicht bei der Stadt Oran anstehenden Mergeln entstammt. Die Probe verdanke ich der Güte des Herrn A. Andrbae, welcher mir über die Fundstelle Folgendes mittheilte: Südwestlich der Stadt Oran liegen weissgraue, ungemein kalkreiche Mergel auf alten mesozoischen Kalken (Trias?) und sind durch Bachrisse und Schluchten aufgeschlossen. Dieselben scheinen an dieser Stelle versteinerungsarm zu sein und liegen meist nur Stücke von Gryphaea cochlear Poli umher. Der ganze Habitus dieser weissen Mergel erinnert ungemein an die weiss-gelben Mergel von Garrucha in der Provinz Almeria, sowie an das "Terreno Zancleano" von Seguenza, das bei Messina und Reggio (Calabria) classisch entwickelt ist. An allen diesen Orten liegen Mergel von ganz ähnlicher Beschaffenheit und offenbar aus tiefem Meere abgesetzt, unvermittelt auf altem Gebirge auf. Die Mergel gehören jedenfalls zu derjenigen Ausbildung der "Groupe Sahélien", die Pomel im Text zu "Carte géologique de l'Algérie": "Description stratigraphique générale de l'Algérie", p. 164 bezeichnet als "marnes argileuses, massives, Manches, remplies de foraminifères, surtout de globigérines et dont les fossiles les plus habituels sont Pecten cristotus et Ostrea cochlear. Das gesammte, ziemlich heterogene Sahélien wird als Obermiocän betrachtet. Für die Zugehörigkeit gerade dieser Mergel zum Unterpliocän scheint mir aber ihre grosse Uebereinstimmung mit dem typischen Zancleano anderer Mittelmeergebiete, sowohl ihrer petrographischen Beschaffenheit, wie ihrer Fauna und ihrer Lagerung nach, zu sprechen.