Original paper

Ueber Apeibopsis.

Potonié, Henry

Kurzfassung

Auf Wunsch des Herrn Prof. Dr. Eck, der mir das oben behandelte Fossil freundlichst zur Ansicht sandte, füge ich der obigen Notiz die folgenden Bemerkungen hinzu: J. S. Bowerbank hat in seinem Buch "A history of the fossil fruits and seeds of the London-clay", London, 1840, pag. 90 ff., t. XIII fossile Früchte bekannt gegeben, die er Cucumites variabilis nennt, da er dieselben für Cucurbitaceen-Früchte hält. O. Heer in seinem Werk "Die tertiäre Flora der Schweiz", III Bd., Winterthur 1859, p. 38, meint, dass Cucumites variabilis keinesfalls zu der genannten Familie gestellt werden könne, da die Zahl der Carpelle bei keiner Cucurbitacee über 5 hinausginge, während die Bowerbank'schen Exemplare 6-9 Carpelle aufweisen, und es sich in den einzelnen, durch Furchen getrennten Theilen der Früchte offenbar um Carpellblätter handele. Er stellt nun diese Früchte in seine Gattung Apeibopsis, aber ich muss A. Schenk (Die fossilen Pflanzenreste, Breslau 1888, p. 218) zustimmen, dass nämlich die Bowerbank'schen Früchte aus dem Londonthon und Apeibopsis aus dem Miocän sehr wohl von verschiedenen Familien abstammen können. Heer hält seine Apeibopsis-Früchte - wie er in der Gattungsbezeichnung ausdrückt - für verwandt mit den Früchten der Tiliaceen-Gattung Apeiba Aublet. Bei dieser Gattung finden wir acht und mehr Carpelle. Ich nehme nun zu dieser Notiz besonders deshalb Veranlassung, weil in seiner Bearbeitung der Tiliaceen in Engler und Prantl's natürlichen Pflanzenfamilien (Leipzig 1890) p. 14 Professor Karl Schumann die Gattung Apeibopsis nur in der Beziehung den Apeiba-Früchten ähnlich findet, insofern bei beiden die Carpidenzahl auf eine Verwandtschaft deuten könnte; er sagt von Apeibopsis: "die Stachelansätze, welche sich neben den Furchen in zwei Reihen bemerkbar machen, können dagegen nicht auf eine Structur, wie sie bei Apeiba vorkommt, bezogen werden."