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Pseudomorphosen von Eisenglanz nach Biotit im Granitit von Schluckenau.

Herrmann, O.

Kurzfassung

Gelegentlich der Aufnahme von Section Schirgiswalde-Schluckenau der geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen wurde innerhalb zweier, mehrere Hectare grossen Flächen des dortigen Granitgebietes beobachtet, dass der dritte Hauptgemengtheil des Granitites, der Biotit ganz oder theilweise durch Eisenglanz vertreten wird. Dass das letztgenannte Mineral nicht von vornherein als Stellvertreter des Biotites im Gestein vorhanden war, sondern erst nachträglich den Biotit verdrängt hat, lässt sich bereits aus makroskopischer Betrachtung der Verhältnisse schliessen, noch klarer aber durch die mikroskopische Untersuchung darthun. Beide Vorkommnisse liegen in dem böhmischen Antheil der genannten Section und zwar das eine nördlich von Schluckenau zu beiden Seiten des Weges, der am Südende von Rosenhain westlich nach dem Forsthause abgeht, das andere im SW von der genannten Stadt, an dem Hügel, welcher sich westlich vom Kreuzberg erhebt. Das an beiden Orten herrschende Gestein, innerhalb dessen sich die erwähnte Pseudomorphosirung vollzogen hat, ist der normale mittelkörnige, lichtgraue Granitit der sächsischen Lausitz, der sich aus rauchgrauem Quarz, weissem Orthoklas und Plagioklas, schwarz-braunem Biotit und etwas accessorischem Schwefelkies als makroskopischen Gemengtheilen zusammensetzt. Innerhalb dieses Gesteins verläuft in der Rumburg-Schluckenauer Gegend eine etwa 3 km breite, durch einen mächtigen Quarzgang bereits äusserlich gekennzeichnete Zone, in welcher der Granitit durch Gebirgsdruck mehr oder weniger intensive Deformationen erlitten hat (vergl. Berichte der Naturf. Ges. zu Leipzig, Jahrg. 1890 bis 1891, p. 116 und Erläuterungen zu Section Pulsnitz etc.), und in welcher auch die oben näher bestimmten Punkte liegen.