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Zur Frage der Discordanz zwischen Culm und Waldenburger Schichten im Waldenburger Becken.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Im vorigen Heft unserer Zeitschrift hat Herr Bergschuldirector A. Schütze, königl. Bergrath in Waldenburg, "Bemerkungen über die angebliche Discordanz zwischen Culm und Waldenburger Schichten im Waldenburger Becken" veröffentlicht, um die Resultate, die Discordanz zwischen Culm und Waldenburger Schichten betreffend, welche die von mir in den beiden letzten Jahren "mit grossem Zeitaufwand" angestellten Beobachtungen ergeben hatten, bezüglich ihrer Richtigkeit anzufechten. Die Erwiderung auf dieses in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Schriftstück des Herrn Schütze könnte ich aus folgenden Gründen unterlassen, weil 1. in kurzer Zeit, nämlich bis zum 1. September die von mir hergestellte geologische Karte der Umgebung von Salzbrunn erscheint, die als Festgabe der geologischen Landesanstalt den Mitgliedern des in Breslau sich versammelnden V. Deutschen Bergmannstages überreicht werden wird. Aus derselben und der geologischen Beschreibung wird jeder Geologe und jeder verständige Bergmann die Discordanz zwischen Culm und Obercarbon herauslesen können; 2. die von Herrn Schütze angefochtenen Resultate, über welche ich zu zwei verschiedenen Malen in den Sitzungen der Deutschen geologischen Gesellschaft unter Vorlegung meiner Karten Vortrag gehalten habe, keinen Widerspruch, sondern vollständige Zustimmung der anwesenden zahlreichen Mitglieder gefunden haben; 3. bei der im vorigen Jahre vom Director der geologischen Landesanstalt. Herrn Geh. Bergrath Professor Dr. Beyrich ausgeführten Revision meiner Aufnahmen bei Waldenburg, Salzbrunn und Freiburg das Vorhandensein der Discordanz von demselben bestätigt worden ist; 4. hervorragende Bergbeamte sich gelegentlich einer Besichtigung der Salzbrunner Mineralquellen und der damit verbundenen Excursion zwischen Salzbrunn und Conradsthal von der in diesem Bezirke vorhandenen ungleichförmigen Auflagerung des Obercarbons auf Culm an den Aufschlüssen in beiden Formationen und durch Vorlegung meiner Karten überzeugt haben. Wenn also mehrfache und sachliche Gründe dafür sprechen würden, vorläufig nicht auf jene Bemerkungen zu antworten, so zwingen mich doch eine Anzahl thatsächlicher Irrthümer, sowie einige persönliche Bemerkungen Schütze's, diese zu beleuchten und jene richtig zu stellen.