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über die Strahlsteinschiefer in der Gneissformation des Eulengebirges.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Die Strahlsteinschiefer waren in der Gneissformation des Eulengebirges bis in die jüngste Zeit unbekannt geblieben. E. Kalkowsky erwähnt diese Gesteinsart in seiner 1878 erschienenen Habilitationsschrift über die Gneissformation des Eulengebirges nicht. Verfasser konnte diese seltene Gesteinsart bei seinen Untersuchungen des Eulengebirges an einer grossen Anzahl von Punkten feststellen. - Die Strahlsteinschiefer bilden in der Gneissformation des Eulengebirges nirgends selbstständige Einlagerungen, sondern sind entweder mit Serpentinen oder Amphiboliten verknüpft, in denen sie kleinere, nur wenig mächtige und kürzere linsenförmige Theillager darstellen. Von zwölf Vorkommen stehen zehn mit Serpentin-, nur zwei mit Amphibolitlagern in Verbindung. - Ihre Vertheilung innerhalb der Gneissformation ist unregelmässig, sie treten sowohl in der Abtheilung der Biotitgneisse als auch in der Abtheilung der Zweiglimmergneisse auf und zwar in beiden in gleichem Verhältniss. Nach ihrem Gefüge sind die Strahlsteinschiefer meist dickschieferig, seltener sind dünnschieferige Ausbildungen (Säuferwasser bei Grund und Schindertilke bei Volpersdorf). Ein Theil der Gesteine sind tief lauchgrün gefärbt, während andere graugrüne Farbe tragen. Die mineralische Zusammensetzung ist sehr einfach; der Strahlstein ist in allen Vorkommen der Hauptgemengtheil, wozu als Nebengemengtheile Chromit, Zoisit, Salit, Apatit und Magneteisen treten. - Der Strahlstein ist u. d. M. farblos und nicht pleochroitisch. In vielen der Fundorte (Sonnenkoppe, grosser und kleiner Kalkgrund, Glasegrund, Brandhäuser etc.) kommen Aktinolithe vor, die ausser der bekannten Spaltbarkeit nach [xxxxx] P und [xxxxx] P [xxxxx]. die Spaltbarkeit nach P [xxxxx] besitzen, die bekanntlich zuerst von W. Cross im Jahre 1878 an einigen Aktinolithen aus der Bretagne nachgewiesen wurde. Im Strahlsteinschiefer von Steinkunzendorf erlangt der Zoisit eine solche Häufigkeit, dass er an Menge dem Strahlstein gleichkommt, sodass man dieses Gestein mit dem Namen Zoisit-Aktinolithschiefer belegen kann.