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Neue Ostrakoden ans märkischen Silurgeschieben.

Krause, Aurel

Kurzfassung

In einer im vorigen Jahre erschienenen Arbeit, in welcher ich eine Uebersicht über die bisher aus silurischen Diluvialgeschieben bekannt gewordenen Ostrakoden zu geben versuchte, sprach ich die Erwartung aus, dass die dort angegebene Zahl von Arten bald durch neue Funde vermehrt werden würde. In der That bin ich heute schon in der Lage, einen wesentlichen Nachtrag zu dieser Arbeit zu liefern, wobei besonders der Nachweis einer neuen untersilurischen Ostrakoden-Fauna von Interesse sein dürfte. Von vereinzelt beobachteten Formen abgesehen, habe ich bisher gegenüber den 3 obersilurischen Faunen, der der Beyrichien-Kalke und der einander nahestehenden der Encrinurus-Kalke und des Graptolithen-Gesteins, nur eine untersilurische Fauna nachweisen können, die ich als die der untersilurischen Beyrichien-Kalke bezeichnet habe. Die in der gegenwärtigen Arbeit beschriebenen neuen Arten lassen nun noch eine zweite untersilurische Ostrakoden-Fauna erkennen, welche, nicht minder formenreich als die erste, doch völlig verschieden von ihr erscheint. Diese Fauna habe ich bisher in drei Geschieben beobachtet. Das interessanteste derselben war ein apfelgrosses Stück eines dichten, grauen Kalkes, welches ausser den Ostrakoden noch unbestimmbare Trilobiten- und Brachiopoden-Reste enthielt. Nicht weniger als 13 der im Folgenden beschriebenen neuen Arten stammen aus diesem in den Kiesgruben von Müggelheim gefundenen Geschiebe. Ein zweites ebendaher stammendes Geschiebe war etwas gelbfleckig und insofern bemerkenswerth, als es neben charakteristischen Formen des ersten Geschiebes die Taf. XXI, Fig. 5 abgebildete ausgezeichnete Art enthielt, das dritte endlich erhielt ich von Herrn Steusloff aus Neu-Brandenburg zur Ansicht übersandt; es glich anscheinend dem erst aufgeführten, doch konnten ohne Zertrümmerung die Ostrakoden weniger gut erkannt werden. - Die in den beiden ersten Geschieben beobachtete Ostrakoden-Fauna enthält schon jetzt 15 neue Arten, eine Zahl, welche bei fortgesetzten Nachforschungen sicher noch beträchtlich vermehrt werden wird.