Original paper

Ueber das Grundgebirge der pfälzischen Nordvogesen (Hartgebirge).

Leppla, August

Kurzfassung

Unter dem Begriff "Grundgebirge" verstehe ich hier in unserem Gebiet alle Schichten- und Eruptivbildungen des archäischen und paläolithischen Zeitalters, welche die mit dem Uebergreifen (Transgression) des Oberrothliegenden beginnenden Ablagerungen von gröberem und feinerem, d.h. conglomeratischem und sandigem Material unterteufen. Den Schnitt gerade mit dem Uebergreifen des Oberrothliegenden zu ziehen, halte ich deswegen für berechtigt, weil sich die Erscheinung der Transgression, in diesem Falle der Verschiebung des Ufers durch zunehmendes Untertauchen von Landmassen im westlichen Deutschland und wohl auch im übrigen Central-Europa auf grössere Strecken hin gleichmässiger stark auszudrücken scheint als die nächst jüngere übergreifende Lagerung des Haupt-Buntsandsteins, obzwar auch diese in den Vogesen und am SW - Rand des rheinischen Schiefergebirges sowie des westpfälzischen Rothliegenden scharf zum Ausdruck kommt. Immerhin wird man sich auch die Conglomerate des Oberrothliegenden besehen müssen, wenn man sich die Mannichfaltigkeit der Gesteinsbildungen in ihrem Liegenden vor Augen führen will. Es gewährt an und für sich keine besondere Befriedigung, Gesteinsbildungen beschreiben zu müssen, welche, trotz ihrer Mannichfaltigkeit und ihrer Beschränkung auf einen verhältnissmässig engen Raum, unter sich sehr wenig Beziehungen erkennen lassen und dadurch alle allgemeineren Schlüsse auf ihre Bildungsweise, auf den Gebirgsbau u. s. w. verbieten. Die einzelnen Vorkommen des Grundgebirges stehen über Tag in fast gar keiner Beziehung zu einander. Man sieht örtlich in geringer Ausdehnung und durch besonders tiefe Thaleinschnitte begünstigt Granite, Gneisse, altpaläolithische Schiefer, Quarzporphyre, permische Eruptivgesteine von basischerem Charakter u. s. w. aus dem Meer der Conglomerate und Sandsteine emportauchen, ohne indessen erkennen zu können, wie sich die Granite zum benachbarten Gneiss oder die paläolithischen Schiefer zum Granit u. s. w. verhalten. Trotzdem will ich versuchen, die einzelnen Vorkommen kurz zu charakterisiren und die Beobachtungen wiederzugeben, welche ich in den Jahren 1885-87 gelegentlich der im Auftrag des kgl. baier. Oberbergamtes ausgeführten geologischen Aufnahmen machen konnte.