Original paper

Ueber Balatonites sondershusanus n. sp.

Picard, Karl

Kurzfassung

Von dem abgebildeten Cephalopoden aus der Schaumkalkschicht der oberen Abtheilung des unteren Muschelkalks der Hainleite bei Sondershausen ist der Abdruck von beiden Seiten und ein etwa 6 cm langes Stück der Wohnkammer als Steinkern erhalten; daher war es möglich, einen vollständigen Abguss der durch Sinterbildung fast völlig zerstörten Versteinerung herzustellen. Von den Loben sind hie und da Spuren auf den Seiten und am Convextheile zu sehen. Man erkennt z.B. einen tiefen Lateral-, einen rundbogigen Auxiliarlobus, es zeigen sich auch Andeutungen des Externlobus; aber die Darstellung der ganzen Lobenlinie war nicht möglich, obschon ihr Verlauf auf den mit Kalksinter überzogenen innersten Windungen in rohen Umrissen erkennbar ist. Der Externsattel ist breit und tief; der Lateralsattel übertrifft jenen an Tiefe, ist aber bedeutend schmäler. Nur an einem kurzen Abschnitte des Externlobus ist die Zähnelung erhalten. Der Externlobus ist getheilt. Das Gehäuse ist scheibenförmig und ziemlich dick. Von dem etwa 250 mm langen ersten Umgange entfallen ungefähr 140 mm (also nahezu 3/5) auf die Wohnkammer. Die Windungen nehmen langsam zu, sodass die Lateralknoten der folgenden Windung nicht von dem Nahtrande der vorhergehenden bedeckt werden, und der Kabel verhältnissmässig weit erscheint. Nach der Innenseite fällt die Schalenwand steil zur folgenden Windung ab. Von der dadurch gebildeten Kante wölbt sie sich auswärts bis zu den Lateralknoten, weiche sich im ersten Drittel der Seitenfläche (vom Nabel aus gerechnet) erheben, und erreicht hier ihre grösste Weite, um sich dann allmählich zum Aussenrande abzudachen. Zwischen den Randdornen geht die Schale, ohne dass eine Kante entsteht, in den Externtheil über.