Original paper

Ueber die Gruppe der Congeria triangularis.

Brusina, S.

Kurzfassung

Bevor ich auf die Arten dieser Gruppe speciell eingehe, muss ich einige erläuternde Worte vorausgehen lassen. Ich bin eben gerade so ein Gegner der Richtung Jener, welche nebensächlicher Merkmale wegen Zusammengehöriges trennen als auch Jener, welche von der Natur wirklich abgesonderte Arten und Formen auf eine unnatürliche, d.h. auf eine der Natur selbst nicht entsprechenden Weise zusammenziehen. Ich glaube die goldene Mitte halten zu müssen, und hege die volle Zuversicht, dass viele Fachgenossen und die grosse Mehrzahl unserer Nachfolger denselben Weg einschlagen werden. Ich muss ferner noch auf den Umstand aufmerksam machen, dass noch vor genau einem Vierteljahrhundert die geologischpaläontologische Welt fast gar keine Ahnung von dem unerschöpflichen Reichthume der jungtertiären Binnenmollusken-Fauna Kroatiens und überhaupt der Balkan-Halbinsel gehabt hat. - Kein Wunder also, wenn die Auffassung der wenigen Arten, welche vor etlichen 60 Jahren bekannt wurden, keine zutreffende sein konnte. Man muss nämlich in Erinnerung bringen, dass Partsch im Jahre 1835 "nur zwei vollständige und gut erhaltene Exemplare" der Congeria triangularis im heutigen Sinne gesehen hat. Der verstorbene Director des Hofmineralien-Kabinets Moritz Hörnes hat, noch im Jahre 1867, nur die eben genannte und unsere Congeria Hoernesi in vier fast vollständigen Schalen gekannt. In Folge dessen wurde, von Partsch's und Hörnes' Zeit bis in unsere Tage, jede grössere dreieckige, mehr oder weniger dickschalige Congerie, hauptsächlich aber deren schlecht erhaltene Wirbelspitzen als Congeria triangularis angesehen. Gerade so ist es mit Paludina oder Vivipara Sadleri gegangen.