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Neue Fundpunkte von Binnenmollusken im Vicentinischen Eocän.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Für die von mir 1890 monographisch bearbeitete eocäne Binnenfauna des Vicentino sind mir im Laufe der letzten zwei Jahre eine Reihe von neuen Fundpunkten wie eine grosse Anzahl von neuen Formen bekannt geworden, welche ich in absehbarer Zeit in zusammenhängender Darstellung zu veröffentlichen gedenke. Da der Zeitpunkt dieser Publication sich aber immer mehr herausschiebt und wohl noch ein Jahr vergehen dürfte, bis das ganze reiche Material in systematischer Bearbeitung dem wissenschaftlichen Publikum vorliegt, so halte ich es für zweckmässig, hier kurz zusammenfassend eine Darstellung der neuen Fundpunkte und der durch sie gelieferten Fossilien zu geben. Ich verzichte auch hier im Interesse der Sache darauf, vor der Hand die neuen Arten durch besondere Bezeichnungen festzulegen. Von Muzzolone, an der linken (östlichen) Seite des Agnothales zwischen Valdagno und Cornedo gelegen, wo ein verhältnissmässig bedeutender Kohlenabbau betrieben wird, erhielt ich bei meiner letzten Anwesenheit im Vicentino, im Frühjahre 1891, von Meneguzzo eine grosse Anzahl von Stücken eines zähen, schwarzen Schiefermergels, welcher in grosser Anzahl der Individuen, wenngleich dürftiger Erhaltung, Stücke enthält eines grossen Planorben und eines Limnaeus. Marine oder brackische Fossilien scheinen gänzlich zu fehlen. Die Lignitflötze liegen mit den sie begleitenden Mergeln auch hier inmitten mächtiger, schwärzlicher Tufflager, welche nach den stratigraphischen Verhältnissen dem Roncà-Niveau entsprechen dürften. Der Fundpunkt muss, so lange der Charakter der Fossilien für die Erklärung der Entstehung von Sedimenten als von entscheidender Wichtigkeit betrachtet wird, als eine reine, im ruhigen Wasser abgesetzte Süsswasserbildung betrachtet werden. Nähere Auskunft über die Localität, an welcher sich auch, wie ich bereits in meiner Monographie erwähnt habe, die typische Melanopsis vicentina mihi findet, giebt Molon l. c., p. 56; nach ihm soll die Localität 1838 von Curioni (wo?) monographisch beschrieben sein.