Original paper

Ueber Hebungen und Senkungen auf der Insel Paros.

G. Skuphos Theodor

Kurzfassung

Gelegentlich einer Zusammenstellung der auf Griechenland bezüglichen mineralogischen, gealogischen und paläontologischen Literatur stiess ich auf eine Notiz, worin Herr Dr. Tietze zu meiner Ueberraschung auf Grund mündlicher Mittheilung des Archäologen Herrn Dr. Löwy folgende Bemerkungen über recente Niveauveränderungen auf der Insel Paros macht. In einem 1 1/2 bis 2 Meter tiefen Eisenbahndurchschnitte, "etwas östlich von Paroikia, der Hauptstadt der Insel, in der Nähe, aber nicht dicht an der Küste, sondern etwa. 5 Minuten davon entfernt und etwa 20 bis 30 Fuss über dem jetzigen Meerespiegel" (diese Angaben sind aus der Erinnerung nach ungefährer Schätzung gemacht) waren unter für Herrn Löwy auffälligen Umständen antike Reste (Sarkophage mit Reliefs und Inschriften und Steinstufen von Unterbauten) "in einem grauen, sandigen Mergel, in welchem kleine Steinchen und feine Glimmerblättchen eingeschlossen sind", aufgedeckt worden. In der die erwähnten Reste "bedeckenden oder bedeckt habenden erdigen Masse steckten eine grosse Anzahl von Conchylien", von denen sich Certhhium vulgatum, Murex brandaris, M. trunculm, Fusus liguarius und Turbo rugosus erkennen Hessen. Nachdem Herr Tietze die Annahme, dass diese Anhäufung von Conchylien-Schalen durch Menschen stattgefunden, als nicht wahrscheinlich erörtert, sowie auch die Möglichkeit, dass eine Dünenbildung vorliege, als wohl ausgeschlossen erwähnt hat, spricht er diese Bildung als echte Meeresablagerung an, und scheint ihm aus den mitgetheilten Thatsachen hervorzugehen, dass "menschliche Werke, die auf dem festen Lande von Paros errichtet wurden, von dem nahen Meere später überfluthet wurden, und dass die betreffende Verschiebung der Strandlinie noch später wieder rückgängig wurde, um einem Zustande zu weichen, der mehr oder weniger den ursprünglichen Verhältnissen des relativen Wasserstandes entsprechen dürfte.[...]"