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Ueber die Schuttmassen der Rovine di Vedana bei Belluno.

Böse, Emil

Kurzfassung

Gelegentlich mehrerer Anfangs Juli 1892 in der Umgegend von Belluno, bei Mas und Vedana, unternommener geologischer Excursionen habe ich die von Hörnes erwähnten Brachiopoden-Schichten aufgesucht. Zwar gelang es mir nicht, fossilreiche Stellen zu finden; die Schichten sind vielmehr sehr arm und weisen nur selten Schalendurchschnitte auf, welche noch dazu sich nicht aus dem Gestein herausschlagen lassen; dagegen machte ich eine Beobachtung, welche in Beziehung auf das Alter der Schuttmassen bei Vedana wichtig ist und Herrn Professor Hörnes entgangen zu sein scheint. Wenn man vom Wege, welcher um die Schutthügel herum führt, abweicht, oft um nur 10-20 Schritte, so sieht man, besonders an jenen Stellen, wo das Wasser die Hügel angeschnitten bat (z.B. in der Nähe von St. Gottardo), deutlich die wirkliche Moräne unter die Schutthügel einschiessen. Diese Moräne besteht ans ganz anderen Gesteinen als die darauf liegenden Schuttmassen; Phyllite und Pietra verde herrschen vor, daneben habe ich auch Hornblendeschiefer, schwarze und graue Kalke etc. gesehen. Aus der Thatsache, dass die echte Moräne mit abgerollten und gekritzten Geschieben unter den Schuttmassen liegt, folgt klar, dass diese letzteren die Ueberreste eines jungen Bergsturzes sind, und zwar, wie ich glaube, eines solchen, welcher nach der Glacialzeit stattgefunden hat.