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über Grübchen an den Nervchen-Enden fossiler Farne.

Potonié, Henry

Kurzfassung

Veranlasst wurde der Vortrag durch mehrere höchst auffallende Wedel-Reste einer Pecopteris-Art vom Typus der Pecopteris oreopteridia (Schloth.) Brongn. ex parte (= P. densifolia [Göpp.] Schimper) aus den Steinkohlen fahrenden Schichten bei Ilfeld am südlichen Harzrande. Als Endigung jedes Nervchens und zwar auf der Oberseite der Wedelfetzen bemerkt man ein wie mit einer Nadel gestochenes, mit einem schneeweissen Mineral, wahrscheinlich Kaolin, ausgefülltes Loch. Durch die schneeweisse Färbung dieser Punkte im Gegensatz zu der als schwarzkohliges Häutchen erhaltenen Substanz der Farnreste und im Gegensatz zu dem schwarzgrauen Thonschiefer, welcher die Beste eingebettet enthält, markiren sich die in Rede stehenden Punkte ausserordentlich auffällig. Andere Pecopteris-Arten, z.B. P. hemitelioides Brongn. aus dem Rothliegenden von Ilmenau in Thüringen, zeigen die punktförmigen Grübchen ebenfalls, nur dass hier die Löcher selbst in die Erscheinung treten, da in diesen Fällen eine mineralische Ausfüllung derselben unterblieben ist. Da diese eigentümlichen Gebilde der Nervchen-Enden wie sich leicht begründen lässt - nicht Sori ihren Ursprung verdanken können, so muss eine andere Deutung für dieselben gesucht werden. Es giebt eine grosse Anzahl recenter Farnarten, deren Leitbündel - Endigungen sich äusserlich ebenfalls mehr oder minder deutlich oberseits als Grübchen markiren, z.B. Polypodium vulgare L., und diese Grübchen entsprechen gewiss den Löchern der Nervchen-Endigungen bei unseren Pecopteris-Arten. Was sind nun diese zuweilen so auffallenden Grübchen und welche physiologische Bedeutung haben sie?