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Über die Zinnerzlagerstätten von Bolivia

Stelzner, A. W.

Kurzfassung

Aus der über dieselben vorliegenden, mit dem 17. Jahrhundert beginnenden Literatur und aus zahlreichen Mittheilungen und Zusendungen, welche der Vortragende Bergingenieuren verdankt, die in Bolivia thätig sind oder thätig waren, ergiebt sich zunächst, dass das geographische Vorkommen von Zinnerzen innerhalb der südamerikanischen Cordillere sehr wahrscheinlich auf die Strecke zwischen dem 15. und 21.° südl. Br. beschränkt ist. Der nördlichste, dermalen bekannte Fundort ist Moho in der peruanischen Provinz Hnancané, im nordwestlichen Ufergebiete des Titicacasee's und nur 25 km von der bolivianischen Grenze gelegen. Von hier aus folgen gegen Süden zu auf bolivianischem Gebiete die Zinnerz fahrenden Gange von Carabuco am nordwestlichen Ufer des Titicacasee's, die von Milluni am Huaina Potosi, von Colquiri (17° 30'), von Oruro (17° 57') und Umgebung, vom Cerro de Leon und Avicaya in der Provinz Poopó, Chayanta, Potosi (19° 35') und Porco, von Tasna (20° 40'), Chorolque (20° 58'), von Chocaya und Cotagaito (etwa 21°). Eine südlichere, in das Gebiet der argentinischen Republik hinübergreifende Fortsetzung ist möglich, aber noch nicht sicher erwiesen; dagegen sind die in der Literatur zu findenden Angaben über Zinnerz- und Zinnkiesvorkommnisse in Chile, in den nördlicheren Theilen von Peru und in Ecuador bis auf einen, jedoch ebenfalls sehr zweifelhaften Fall, unrichtig. Von Milluni an bis nach Cotagaito liegen alle die genannten Grubengebiete in dem Gebirgszuge, welcher die östliche Kante der bolivianischen Hochebene bildet. In mineralogischer und paragenetischer Hinsicht ist bemerkenswerth, dass das bolivianische Zinnerz nur verhältnissmässig selten in Krystallen, und auch dann nur in kleinen Visirgraupen oder einfachen Krystallen auftritt. Gewöhnlich ist es kryptokrystallin, nierenförmig (Holzzinn) oder derb; im letzteren Falle etwa vom Aussehen des Eisenpecherzes.