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über Granit und Gneiss im südlichen Schwarzwald.

Graeff, Fr.

Kurzfassung

Die Gneissmassen des südlichen Schwarzwaldes werden von zahlreichen, meist wenig mächtigen, aber sich gelegentlich sehr häufenden Gängen aus granitischem Material durchsetzt. Diese Gesteine sind klein- bis feinkörnig, und anscheinend besonders bei mächtigeren Gängen tritt eine Verfeinerung des Kornes gegen das Salband hin auf. Andererseits sind die Gesteine aber auch gelegentlich in grösseren und kleineren Partieen pegmatitisch entwickelt, und es kommt vor, dass gerade die randlichen Theile der Gange diese letztere Ausbildung zeigen. Eine Gesetzmässigkeit in Bezug auf die Richtung der Gange und der Schieferungsebene des durchbrochenen Gneiss ist nicht zu erkennen, die Gänge schneiden jene Ebene vielmehr unter den verschiedensten Winkeln und sind gar nicht selten concordant eingelagert; echte Gänge gehen auch in Lagergänge über oder senden in den durchbrochenen Gneiss zahlreiche Apophysen zwischen die Schieferungsflächen, so dass zuweilen ein förmliches Aufblättern des Gneiss stattfindet. Die grösseren Gänge führen häufig bald grössere, bald kleinere, aber stets unregelmässig eckig begrenzte Einschlüsse des durchbrochenen Gneiss. Man wird nach alledem nicht an der eruptiven Natur dieser Gänge zweifeln können. Der Granit ist bald deutlich geschiefert oder gequetscht, besitzt dann häufig gneissähnlichen Habitus und zeigt mikroskopisch die charakteristischen Merkmale der Dynamometamorphose. In anderen Gängen ist das Gestein völlig oder doch nahezu unverändert. Die Beobachtung deutlich geschichteter Gänge einerseits, der Einschlüsse von Gneissbruchstücken in nicht geschiefertem Granit andererseits, haben offenbar Veranlassung gegeben, dass frühere Autoren so häufig von "Uebergängen von Gneiss in Granit" sprachen.