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über die Zugehörigkeit von Rothpletzia zu Hipponyx.

Böhm

Kurzfassung

Die Gastropoden-Gattung Hipponyx besitzt häufig ausser der eigentlichen Schale noch ein zweites, schalenartiges Gebilde. Wie der Muskeleindruck beweist, sind beide Stücke durch den Adductor mit einander verbanden. Es ist dies für Gastropoden so seltsam, dass die Hipponycidae von dem jüngeren Sowerby 1842 zu den Rudisten, von Morris 1843 zu den Brachiopoden gestellt worden. In der That ist aber die eine, scheinbar ventrale Klappe nur eine sonderbar modificirte Stützklappe. Sie heftet sich auf Fremdkörper fest. Uebrigens kann nach Fischer - Journal de Conchyliologie, X, 1862 - bei einer und derselben Art die Klappe ausgebildet sein oder auch ganz fehlen. In letzterem Falle höhlt sich das Thier in einen Fremdkörper ein und haftet dann mit dem Schliessmuskel unmittelbar in der Höhlung fest. Dies vorausgeschickt, komme ich zur neuen Gattung Rothpletzia. Dieselbe wurde in dieser Zeitschrift, XLII, 1890, pag. 711 von Simonelli begründet und zwar auf Formen aus dem Miocän von Gran Canaria. Der Autor weist darauf hin, dass anscheinend eine nahe Verwandtschaft zwischen Rothpletzia und Hipponyx besteht, aber, heisst es l. c., p. 712: "Die unterscheidenden Eigenschaften sind doch so zahlreich und schwerwiegend, dass die Aufstellung eines neuen Genus für diese seltsame Form nicht ungerechtfertigt sein dürfte. Insbesondere ist zu beachten, dass die Kammerung des Gehäuses bei Hipponyx gänzlich unbekannt ist Auffällig ist auch das stumpfe und angewachsene hintere Ende und der Umstand, dass der Muskeleindruck nicht, wie bei Hipponyx, auf der concaven, sondern auf der convexen Seite liegt. Eine ganz besondere und ungewöhnliche Eigentümlichkeit liegt aber darin, dass unser Thier offenbar mit dem Apex festgewachsen war, also nicht wie bei Hipponyx mit der Mundöffnung dem Fremdkörper oder dem Operculum aufsass".