Original paper

über zwei nach verschiedenen Richtungen durchschnittene Exemplare von Coralliochama Orcutti White - sowie Fossilien aus den Kreidekalken des Col dei Schiosi bei Polcenigo.

Boehm

Kurzfassung

Die Pelecypoden-Gattung Coralliochama zeichnet sich durch eine sehr auffallende, zellige Structur in beiden Klappen aus. Aehnliches ist bei den Radioliten allgemein bekannt. Allein prismatisches Gefüge zeigt sich auch bei Ostreiden, wie Fischer in seinem Manuel de Conchyliologie, p. 924 hervorhebt. Ich lege hier eine Gryphaea vesicularis von Jasmund vor, welche worauf mich Herr Steinmann aufmerksam gemacht hat- jenes Gefüge in vorzüglicher Weise zeigt. Ist dasselbe den betreffenden Formen eigenthümlich oder ist es auf Fossilisationsprocesse zurück zu führen? Was die Ostreiden betrifft, so scheinen die Zellen oder Prismen nach Fischer l. c. auch bei recenten Formen aufzutreten. Alsdann hätte man es hier also nicht mit einer durch Fossilisation bedingten Erscheinung zu thun. Aber wie immer auch jene Structur sich bei den Ostreiden erklären möge, bei Coralliochama dürfte dieselbe jedenfalls ursprünglich und nicht unwesentlich sein. Nur schwer lässt sich vorstellen, dass die so überaus regelmässigen Prismen, wie wir sie bei Coralliochama finden, secundären Fossilisationsprocessen ihren Ursprung verdanken. Ist diese Auffassung die richtige, so ist unsere Gattung meines Wissens bisher nur aus Amerika nachgewiesen. Coralliochama Bayani Douvillé aus den Rudistenschichten von Bains de Rennes würde nicht hierher, sondern vielleicht eher zu Sphaerucaprina zu stellen sein. Doch ist zu bemerken, dass letztere Gattung noch nicht genügend bekannt ist. Ob in der Oberklappe von Coralliockama neben äusseren, radialen auch innere, polygonale Mantelrandkanäle entwickelt sind, erscheint mir nach meinen Präparaten etwas zweifelhaft. Ich mochte fast glauben, dass die Darstellung von White, nach welcher sieh die radialen Kanäle nach innen unmittelbar an die Prismen der Oberklappe anschliessen, richtig ist.