Original paper

Zum mikrochemischen Nachweis des Eisens.

Lemberg

Kurzfassung

In einer früheren Arbeit (diese Zeitschr., 1890, pag. 737) war als zu erstrebendes Ziel der mikrochemischen Untersuchungsmethode hingestellt, nicht blos einen Stoff nachzuweisen, sondern auch denselben nur auf der Oberfläche desjenigen Minerals, in welchem er enthalten ist, niederzuschlagen und so das Mineral neben anderen kenntlich zu machen. Wenn erst eine grössere Anzahl Einzeluntersuchungen vorliegt, darf man hoffen, dass es gelingen wird, einen systematischen Gang für diese Art mikrochemischer Untersuchung aufzustellen; zur Zeit lassen sich nur Bausteine für diese Arbeit zusammentragen. Das Eisen wird bisweilen als Schwefeleisen niedergeschlagen, doch ist die schwarze Farbe desselben störend, wenn schon andere schwarze Minerale (Fe3O4, kohlige Substanz) vorhanden sind, und dann oxydirt sich FeS sehr rasch, Dauerpräparate lassen sich so nicht darstellen. Letzteres gelingt nun, wenn man das FeS in Turnbullsblau überführt, was in folgender Weise geschieht. Nachdem das überschüssige Schwefelammon, welches zur Herstellung des FeS verwendet wurde, mit Wasser abgespült ist, giebt man eine concentrirte wässerige Lösung von Ferridcyankalium hinzu; die Umsetzung des FeS zu Turnbullsblau beginnt sofort und ist nach etwa 8 Minuten beendet, doch ist es gut, wenn man die Ferridcyankalium-Lösung einmal erneuert, etwa nach Verlauf der ersten halben Minute. Das Abspülen des überschüssigen (NH4)2S, sowie das Zugeben der Ferridcyankalium-Lösung muss so rasch als möglich erfolgen, weil das FeS sich sehr geschwind oxydirt. Die mit Turnbullsblau bedeckten Stellen sind nicht gleichmässig gefärbt, hell blaue und dunkel blaue Stellen wechseln ab, auch schwindet der Farbstoff beim Trocknen, so dass kleine farblose Stellen die blaugefärbten durchsetzen. Bei sehr feinem Korn des zu untersuchenden Gesteins versagt die Methode.