Original paper

Ueber Hornblendekersantit und den Quarzmelaphyr von Albersweiler R.-Pf.

Andreae A.

Kurzfassung

Die Arbeit von Herrn A. Leppla über das Grundgebirge der pfälzischen Nordvogesen (diese Zeitschr., 1892, pag. 400) habe ich mit grossem Interesse gelesen; um so mehr als ich noch im letzten Sommer Gelegenheit hatte, die schönen Aufschlüsse bei Albersweiler wieder zu besuchen.-Bezüglich dieses Fundpunktes kann ich mit Hinblick auf die dortigen Lamprophyre und den Quarzmelaphyr einige ergänzende Mittheilungen machen, die vielleicht erwünscht sein werden. Wie der Autor richtig bemerkt, sind die im Albersweiler Gneiss auftretenden Ganggesteine in der Regel sehr zersetzt, weshalb ich mich veranlasst sah, ein bei dem letzten Besuch gesammeltes, durchaus frisches Gestein, welches als ziemlich breiter Gang in einem der Steinbrüche nördlich von der Eisenbahn abgebaut wird, etwas näher zu untersuchen. Das mittelkörnige, grau-schwarze, glänzende Gestein, welches beim Betupfen mit Säure nicht braust, besteht aus einem panidiomorph körnigen Gemenge von Plagioklas, ursprünglicher (nicht uralitischer) grüner Hornblende, etwas Glimmer und wenig primärem Quarz; accessorisch findet sich reichlich Apatit, dann Magnetit und hie und da etwas Hämatit. Dies Gestein wird am besten als Hornblendekersantit bezeichnet und hat offenbar die grösste Aehnlichkeit mit den von Sauer als dioritische Lamprophyre oder Gaugdiorite beschriebenen Gesteinen aus dem Weisseritzthal. Ebenso wie in den sächsischen Gesteinen zeigen die Feldspäthe eine "zonal wechselnde Zusammensetzung", so dass die Auslöschungschiefe in langsamem Uebergang von Innen nach Aussen hin sich ändert. Die, wohl mehr basischen Kerne sind auch manchmal schon zersetzt, während die saure Schale noch ganz frisch erscheint.-Diese Befunde an einer sehr frischen Gesteinsvarietät bestätigen und ergänzen also die von Leppla an den anderen, weniger frischen Gängen gemachten Wahrnehmungen.