Original paper

über die neuen Marmorbrüche von Rothenzechau und Wüsteröhrsdorf bei Landeshut in Schlesien.

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Auf dem östlichen Abhänge des Schmiedeberger Kammes, dem nordöstlichen Ausläufer des Riesengebirges, dessen Granitrücken sich bis in die Nähe des Bergstädtchens Kupferberg hinausschiebt, legt sich der Erhebung des Granits eine breite Zone von Gneiss an. Das Granitplateau erhebt sich nordöstlich von der bekannten Felsgruppe der Friesensteine zur Höhe des Ochsenkopfes, + 877,7 m über N. N., und dem südlich vorliegenden Sauberge, + 891,4 m, dessen südliche Abdachung sich zum Rothenzechauer Thal hinabsenkt. Von der zwischen den Friesensteinen und dem Sauberge gestreckten Gebirgslehne ziehen sich zwei Thäler, südlich dasjenige von Rothenzechau, nördlich das von Wüsteröhrsdorf hinab, welche sich bei Schreibendorf vereinigen, von wo ans die Einsenkung weiter hinab zur Landeshuter Chaussee führt. Im Zuge der bezeichneten Gebirgslehne setzen im Gneiss eine Anzahl lang gestreckter, linsenförmiger, insularer Kalksteinpartieen auf, die in ihrem Zusammenhang nördlich bei Kupferberg beginnen und auf mehr als 30 km Länge sich bis Johannisbad und Schwarzenthal in Böhmen auf der Südseite des Riesengebirgskammes fortsetzen. Eine der bedeutendsten dieser Kalksteinlinsen ist diejenige, deren Felsen bei Rothenzechau zu Tage anstehen und in welchen neuerdings die in Rede stehenden Marmorbrüche angelegt sind; sie setzt am südlichen Abhänge des Sauberges in etwa 800 m Seehöhe auf und erstreckt sich in südwestlicher Richtung bis zum Rothenzechauer Forsthause, wo früher Kalkstein gebrochen und gebrannt wurde in einer Länge von über 2000 m. Der alte Hauptbruch sowie die beiden neu eröffneten Brüche liegen in der nördlichen Hälfte dieser Erstreckung, und tritt innerhalb derselben das Marmorlager aus Rothenzechauer Gebiet in dasjenige von Wüsteröhrsdorf über.