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zwei Fragmente von Hautverknöcherungen aus dem Untertertiär von Alabama

Dames, W.

Kurzfassung

vor, wie solche schon früher von Joh. Müller und Carus beschrieben und abgebildet sind Während der erstere sich jeder Deutung derselben, entgegengesetzt der auch in Von Zittel's Handbuch der Paläontologie, II, p. 521, übergegangenen Behauptung, dass er in ihnen die Hautschilder einer Lederschildkröte erkannt habe, enthält - neigt der letztere dazu, sie Zeuglodon zuzuschreiben. Dieser letzteren Auffassung glaubt Vortragender beitreten zu dürfen. War es durch die interessante Entdeckung Kükenthal's, dass noch bei lebenden Zahnwalen Rudimente von Knochenpanzern vorkommen, an und für sich wahrscheinlich, dass deren Vorfahren einen Knochenpanzer besessen haben, wurde diese Wahrscheinkeit dadurch, dass die vorgelegten Panzerstücke stets mit Skelettheilen von Zeuglodon vorkommen, Sphargidenreste denselben aber völlig fehlen, noch bedeutend vergrössert, so kann jetzt der directe Beweis erbracht werden, dass sie nicht zu Sphargiden gehören, also auf Zeuglodon selbst bezogen werden müssen. Durch die Güte des Herrn Dupont, Director des kgl. Museum für Naturkunde in Brüssel, war Vortragender in der Lage, Panzerstücke von Psephophorus rupeliensis Van Beneden aus dem Mitteloligocän von Boom bei Antwerpen auf ihren histologischen Bau prüfen zu können. Das Ergebniss war, dass derselbe von demjenigen der Zeuglodon zugerechneten Panzerplatten völlig abweicht, wie an anderer Stelle unter Hinzufügung von Abbildungen ausführlich nachgewiesen werden wird. Auch ist die Verbindung, Grosse und Gestalt der einzelnen Platten hier und da recht verschieden. Da an andere Panzer tragende Wirbelthiere, wie z. B. Edentaten, unter den bekannten Verhältnissen des Vorkommens der Zeuglodon Reste in rein marinen Schichten nicht füglich gedacht werden kann, kommt also Zeuglodon als Träger dieses Knochenpanzers allein in Betracht.