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Die Bodenverhältnisse Californiens.

Hilgard, E. W.

Kurzfassung

Ein kurzer Hinweis auf die omographischen, geologischen und meteorologischen Hauptzüge Californiens muss wohl der Besprechung der Bodenverhältnisse vorhergehen. Der Staat erstreckt sich auf 9 1/2 Breitengrade südlich von dem 42° n. B. und ist nach SSO etwa 1100 km lang, und durchschnittlich ungefähr 330 km hreit. Den gröbsten Theil der Ostgrenze entlang läuft die hohe, theilweise immer schneebedeckte, streng einfache Kette der Sierra Nevada, die von Westen her ganz allmählich, fast vom Meeresniveau aufsteigt, dann aber sehr steil an der Ostseite in die Hochebene von Nevada abfällt Der Meeresküste entlang erstreckt sich das Küstengebirge, ein Complex von zwei bis drei vielfach unterbrochenen Parallelketten, deren Gipfel selten 1000 m wesentlich übersteigen; die Flussthäler in demselben laufen meist in nordwestlicher Richtung zum Meere, während nur ganz unbedeutende Bäche landwärts fliessen. Zwischen dem Küstengebirge und der Sierra Nevada liegt, mit einer Länge von ungefähr 660 km und durchschnittlich etwa 100 km Breite, das grosse Centralthal, welches von Norden her von dem Sacramento, von Süden her von dem San Joaquin durchströmt wird. Diese beiden vereinigen sich nicht weit von der Längsmitte des Thales und fliessen zuerst westwärts, dann in weitem Bogen durch die drei seeartigen Erweiterungen der Bai von San Francisco und durch das Goldene Thor in das Meer.Diese Hauptströme erhalten alle ihre wesentlichen Zuflüsse von der Sierra Nevada, welcher sie in tiefen Schluchten (Cañons) entfliessen. In dem Gebiet des San Joaquin durchkreuzen sie dieselbe fast bis an den Fuss der Küstenkette, bis zu der Hauptmulde des Thales, in welchem der San Joaquin selbst mit scharfer Biegung sich nach Norden wendet.