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Der obere Jura in Polen und seine Fauna.

Von Siemiradzki, Josef

Kurzfassung

II. Gastropoden, Bivalven, Brachiopoden und Echinodermen. Einleitung. Der obere Jura nimmt in Polen ein sehr grosses Areal ein, und bedeckt ununterbrochen, wenn auch manchmal tief durch jüngere Gebilde maskirt, die ganze Fläche vom Fusse der Karpathen und der podolischen Granitplatte bis zur Ostsee. Im Bereiche des Sudetischen Vorgebirges im SW von Polen tritt der obere Jura in 3 parallelen Zonen, welche zusammen eine Mulde und einen Sattel bilden und in Folge einer tiefen verticalen Verwerfung auf der Linie Lenczyca-Wloclawek östlich von derselben tief unter jüngere Gebilde verborgen sind, auf. Diese drei Zonen erstrecken sich 1. von Krakau bis Kalisch, 2. am Ufer der Nida von Sobkow und Korytnica bis Sulejow an der Pilica; 3. der Zug von Baltow-Ilza am NO - Abhänge des Sandomirer Gebirges. Die zwei ersteren werden an der Stelle, wo im Norden die Mulde sehr flach wird, mit einander durch eine Reihe von Entblössungen der oberen Kimmeridge-Stufe zwischen Radomsk und Przedborz (Dmenin, Kodrab, Rozprza, Kaminsk) verbunden, die zwei letzteren durch eine mächtige Zone des Dogger an der Pilica zwischen Inowlodz und Nowe-Miasto getrennt. Die zahlreichen Facies-Unterschiede lassen; sich kurz folgendermaassen charakterisiren: in der Nähe der paläozoischen Insel von Kielce-Sandomir findet man vorwiegend eine littorale, Korallen- und Nerineen-reiche Facies, dasselbe gilt von dem Karpathenrande; an anderen Orten herrscht eine Brachiopoden-reiche Scyphien-Facies, seltener eine Ammoniten-Facies. Die nächste Umgegebung von Krakau ausgenommen, woselbst durch den Brünner Kanal während der Oxfordperiode etwa 1/3 schwäbische Ammoniten-Formen eingewandert sind, ist der Typus des polnischen Jura überall ein baltischer, mit vielen orientalischen Gestalten, welche von Süden über die Ukraine und Kirgisensteppe eingewandert, sein müssen.