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über Ausgrabungen während des vergangenen Herbstes auf Sicilien

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Da nach den früheren Publicationen von Anca-Gemmellaro, Falconer und L. Adams in den sicilischen Museen nicht sehr viel von fossilen Säugethierresten zu erwarten war, hatte der Vortragende auf seiner grossen Runde durch die Museen Italiens 1881 es unterlassen, von Neapel nach Sicilien hinüberzufahren, umsomehr, als er gute Gypsabgüsse der wichtigsten von dieser Insel bis dahin beschriebenen Originale besass. Auch Cappellini, der damals die Schritte des Vortragenden lenkte, scheint erst in neuerer Zeit die reichen Schätze des Museums von Palermo kennen gelernt zu haben und berichtete darüber an letzteren, worauf dieser sofort dahin reiste. Dort zeigte es sich, dass die bislang noch nicht beschriebene, sehr grosse Mehrzahl fossiler Säugethierreste Siciliens in ungeheurer Menge und sehr guter Erhaltung aus der Grotte Pontale bei Carini in das Museum von Palermo gekommen ist. Etwa ein Drittel des Schatzes fand Vortragender in der Höhle noch unbehoben und beutete dies aus. Letztere liegt einige 30 km, nahe an der Küste, westlich von Palermo, ca. 20 m über dem Meeresspiegel, in schwach gehobenem, mesozoischem Kalk; sie hat einen weiten Eingang, 4 durch enge Löcher communicirende Kammern, von denen nur die vorderste, grösste keine Stalaktiten und allein Knochenbreccie hat. Diese Schicht ist sehr verschieden von den bekannten derartigen Bildungen an der Mittelmeerküste; es sind grossentheils kopfgrosse Gerölle, mit Knochen durch Eisenocker und Thon verfestigt. Reste von Elephanten, Hirschen, Rindern lagen da in ungeheurer Menge angehäuft. Aeonen müssen darüber vergangen sein, bis so viele Hunderte von Individuen, welche die geräumige Grotte nach und nach bewohnten, dort gefallen sind. Später stieg das Meer, zeitweise, und schaffte die Gerölle in die Höhle.