Original paper

über die neueren aufschlüsse im Bereich der Kalisalzlager

Kosmann

Kurzfassung

besprach unter Vorlegung seiner Arbeit: "Vorkommen und Verarbeitung der sogen. Abraumsalze" in Muspratt's Technischer Chemie, herausgeg. von Stohmann & Kerl (Verlag v. Vieweg & Sohn, Braunschweig) die neueren Aufschlüsse im Bereich der Kalisalzlager, welche innerhalb der letzten 10 Jahre in der Umgebung des Harzes, nördlich bis in die Nähe von Hildesheim und nach Mecklenburg hinein, südlich sich bis nach Thüringen, die Grafschaft Schwarzburg - Sondershausen erstreckend, gemacht worden sind; der neueste von den letztbezeichneten bei Jecha an der Wipper, welcher das Kalisalzlager bei ca. 660 m erfasst hat. Aus der Reihe der durch eine Anzahl neu entdeckter Species vermehrten Mineralien der Mutterlaugensalze widmete der Vortragende eine eingehende Besprechung den Boraten. Folgende Mineralien sind gefunden und beschrieben worden: Pinnoit Mg B2O4 . 3 H20 Hydroboracit Ca Mg B6O11 . 6 H20 Kaliborit K4 Mg9 B48 O83 . 39 H2O Ascharit 3 Mg2 B2 O5 . 2 H2O Boracit od. Stassfurtit Mg7 B16 Cl2 O30. Wenn man die Zusammensetzung dieser Minerale nach dem Ausdruck ihrer Formeln vergleicht, so scheint keinerlei Analogie noch irgend welche Beziehung hinsichtlich ihrer Constitution und Entstehung ausfindbar. Diese anscheinende Unregelmässigkeit rührt daher, dass man sich darauf beschränkt hat, aus der chemischen Analyse lediglich eine empirische Formel abzuleiten, und dabei hinsichtlich der Sättigung der Borsäure sehr willkürlich und planlos verfahren ist. Alles dies ändert sich mit einem Schlage, wenn man für die Affinitätsverhältnisse der Borsäure den chemischen Thatsachen Rechnung trägt.