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über die Bedingungen der Thonbildung.

Kosmann

Kurzfassung

Herr Hilgard hatte bei der Beschreibung der Ebene des Sacramentothals darauf hingewiesen, dass der Tbonboden mit dem Schutt der im Rücken, östlich der Ebene anstehenden krystallinischen Gesteine und deren Verwitterungsproducten erfüllt und bedeckt sei. Ueberall da. wo in dem regenlosen Klima der Boden nicht hinlänglich Feuchtigkeit empfange, könne die Verwitterung der Feldspath führenden Felsgesteine nicht bis zur Bildung plastischer Thone gedeihen, sondern man finde nur einen staubigen, pulverförmigen Detritus, in welchem hier und da Zeolithe sich vorfinden; erst in den höheren Lagen an den Gehängen, wo die Niederschläge häufiger eintreten, sei eine Bildung der Thonsubstanz zu beobachten und fänden sich daher Lehmlager vor. Diese Beobachtungen mögen durch die nachstehenden Bemerkungen ihre Ergänzung finden. Man ist darüber einig, dass die Substanz der plastischen Thone aus der Verwitterung des Feldspaths oder des feldspathartigen Bestandtheils der krystallinischen Felsgesteine, wie Granit, Diorit, Syenit, Porphyr, Gneiss u.a., herrührt und dass dieselbe in ihrer reinsten Beschaffenheit im Kaolin vorliegt, festere und in Schüppchen krystallisirte Bildungen derselben sind als Kaolinit bezeichnet worden. Man hat die Entstehung des Kaolins, dessen Zusammensetzung der Formel Al2 Si2O7 . 2 H20 oder H2 Al2 Si2 O9 entspricht, aus der Zersetzung des Orthoklas in der Weise abgeleitet, dass man für das vorhandene Trisilicat von Kalium und Aluminium einen Zerfall in Kaliumsilicat, Aluminiumsilicat und Kieselerde annimmt, von denen unter Einwirkung chemischer und mechanischer Kräfte das Kaliumsilicat und die Kieselsäure fortgeführt werden. Die Formel des Orthoklas Kal Si3 O8 setzt das Vorhandensein einer Polykieselsäure, H4 Si3O8, voraus.