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Mittheilung über einen Fundpunkt Ton Untercarbon-Fauna in der Grauwackenzone der Nordalpen.

Koch, Max

Kurzfassung

Die sogen. Grauwackenzone der Nordalpen, die sich in wechselnder Mächtigkeit und mehrfach unterbrochen von Schwaz in Tirol bis östlich über Gloggnitz hinaus zwischen die krystalline Centralkette und die mesozoischen Kalkalpen einlagert, besteht im Wesentlichen aus Thonschiefer mit zahlreichen, meist ausgedehnten und mächtigen Kalkstein-Einlagerungen, zu denen noch Grauwacken, Quarzite, Conglomerate, seltener Graphit- und Talkschiefer hinzutreten. Von nutzbaren Lagerstätten gehören der Zone ausser den Spatheisensteinlagern der Gegend von Eisenerz zahlreiche Vorkommen von späthigem Magnesit an, welche in vielen Fällen an das Auftreten der Kalksteine gebunden erscheinen. Der gesammte Schichtencomplex der Grauwackenzone ist noch bis vor wenigen Jahren auf Grund der Petrefactenfunde von Dienten im Pongau und am Erzberg bei Eisenerz zum Silur gerechnet worden. Erst der Nachweis von Ablagerungen mit Carbonpflanzen im Semmeringgebiet durch Toula und bei St. Michael unfern Leoben durch Jenull-Schichten, welche nach Bestimmungen von Stur der Schatzlarer Stufe entsprechen-, haben die Unhaltbarkeit dieser Auffassung dargethan. Obwohl weitere Funde bisher nicht zu verzeichnen waren, kann es doch nach den Mittheilungen von Toula und M. Vacek kaum fraglich erscheinen, dass der weitaus grössere Theil der Grauwackenzone der Carbonformation angehört, Silur dagegen sehr wahrscheinlich auf das Gebiet von Eisenerz beschränkt ist. Durch einen glücklichen Fund bin ich in der Lage, die Beobachtungen und Angaben der genannten Autoren dahin zu ergänzen, dass in der Grauwackenzone neben Ober-Carbon der Schatzlarer Stufe auch Aequivalente der südlich der Centralkette in grösserer Verbreitung nachgewiesenen tieferen Carbonschichten zur Entwicklung gelangt sind.