Original paper

Ueber eigenthümliche Obsidian-Bomben aus Australien.

Stelzner, Alfred W.

Kurzfassung

Vor einiger Zeit worden mir aus Adelaide von einem alten Freiberger, Herrn Victor Streich, sieben sehr eigentümlich geformte "Obsidian-Bomben" zur Begutachtung übersendet. Eine derselben war auf dem Kangarro Island, SW von Adelaide (etwa 36° s. Br., 137° ö. L. v. Greenw.) gefunden worden; fünf andere stammten aus dem Gebiete des Macdonnel Range in Central-Australien (etwa 231/2° s. Br., 134° ö. L.); die letzte, siebente, hatte Streich 1891 gelegentlich seiner Theilnahme an der Elder Expedition in West-Australien, in der grossen Victoria-Wüste, zwischen dem Everard Range und dem Fräser Range (unter etwa 30° s. Br., 1241/2° ö. L.) selbst gesammelt. Gleichzeitig theilte mir Herr Streich mit, dass ähnliche Gebilde auch in andren Theilen Australiens gefunden worden sind, namentlich im W und N des Continentes, und zwar-bis jetzt - immer nur in alluvialem Boden und in Gegenden, in denen man weit und breit keine activen oder erloschenen Vulcane kennt. Weiterhin schrieb er mir, dass die Ansichten über den Ursprungsort dieser Bomben und über die Ursache ihrer dermaligen Verbreitung unter den australischen Gelehrten noch weit auseinandergehen. Die Einen nehmen an, dass die Bomben Producte noch nicht bekannter australischer Vulcane sind, und vermuthen, dass diese letzteren in der ihrer Erforschung noch harrenden Gegend zwischen dem 25° und 17° s. Br. und zwischen dem 120° und 130° ö. L. liegen, weil hier nach Hartmann's Report on the Kimberley Goldfield ausgedehnte Basaltlager vorhanden sein sollen. Die Vertreter dieser Ansicht glauben ferner, dass die Bomben von dem genannten Districte aus durch nomadisirende Eingeborene, welche sie als Fetische verehrten, oder durch Emus, welche solche glänzende Dinge besonders gern verschlingen, nach allen Richtungen hin verschleppt worden seien.